Lausitzer Rundschau: Ein schlechter Deal Trump kündigt Klima-Abkommen

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Donald Trump hat sich wie erwartet eines
Schlechteren besonnen. Der Polit-Praktikant im Weißen Haus tritt das
Pariser Klimaabkommen in die Tonne. Zwar schwadroniert er von
Nachverhandlungen. Aber das ist bizarr. Fast 200 Staaten tragen die
Vereinbarung mit. Nach einem jahrzehntelangen diplomatischen Ringen.
Mehr Verhandlung geht nicht. Das hat auch Angela Merkel am Freitag
sichtlich verärgert klargestellt. Trumps Provokation ist eine
Kampfansage an die Welt. Seine Abkehr von der Reduzierung der
Treibhausgase und Drosselung der Erderwärmung könnte auch das globale
politische Klima nachhaltig beeinflussen – rechtsverbindlich
geschlossene Abkommen scheinen plötzlich nichts mehr wert zu sein.
Ein beängstigender Befund. Trump führt sein Land zurück in die
Vergangenheit. Die viel beschworenen Jobs in der amerikanischen
Kohle-Industrie werden dadurch aber nicht zurückkommen. Das sagt dort
sogar die Kohle-Lobby selbst. Denn auch in den USA sind erneuerbare
Energien auf der Gewinnerstraße. Weil Strom aus Sonne oder Wind
billig geworden ist. Deutlich billiger als Strom aus fossiler
Verbrennung. Ein guter Deal also, von dem Trump doch sonst bei jeder
Gelegenheit schwärmt. Und längst investieren auch amerikanische
Unternehmen kräftig in die sauberen Technologien. So gesehen wird
Trump seiner geschäftlichen Maxime untreu. Wer beim Klimaschutz
bremst, der verschließt sich auch wirtschaftlichen Innovationen. Wer
die Klimazeichen der Zeit nicht erkennt, der isoliert sich selbst.
Und er schadet mittelfristig auch dem eigenen Land, das ihm doch
angeblich – America first – so am Herzen liegt. Was nun den großen
Rest der Welt angeht, so könnten sich auch noch andere Länder
ermutigt fühlen, aus den Pariser Verabredungen auszusteigen. Aber
vielleicht formiert sich ja auch eine Bewegung nach dem Motto „Jetzt
erst recht“. Der Klimawandel ist schließlich kein Hirngespinst
versprengter Öko-Freaks. Die Wetterkapriolen nehmen fast überall auf
der Welt zu, die finanziellen Schäden übersteigen jede Vorstellung,
und ein Zusammenhang mit den weltweiten CO2- Emissionen ist
wissenschaftlich erwiesen. Auch große Schadstoffverursacher wie China
oder Indien beginnen umzudenken. Indien zum Beispiel stoppte erst
jüngst die Errichtung mehrerer Kohlekraftwerke und setzt stattdessen
auf den Ausbau der Solarenergie. Das sind durchaus ermutigende
Zeichen. Und Deutschland? Einst trug Angela Merkel den Beinamen
„Klimakanzlerin“. Aber dieser Nimbus ist weitgehend verblasst.
Höchste Zeit, ihn wieder aufzupolieren. Schon beim G-20-Gipfel
Anfang Juli im Hamburg bietet sich eine gute Gelegenheit, neue
Allianzen zu schmieden. Wenn sich das Wachstum erneuerbarer Energien
durch Washington verlangsamt, muss eben Berlin mehr Tempo machen: Das
Weltklima wird auch die Regierungsjahre von Donald Trump überstehen,
weil die restliche Welt zusammenhält – das wäre eine gute Botschaft
aus der Hansestadt.

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