Lausitzer Rundschau: In der Breite aber mau Gute Noten von der OECD

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Das sind gute Nachrichten der OECD über das
deutsche Bildungssystem. In einem Land, dessen ökonomischer Erfolg
vor allem vom Wissen der Menschen abhängt, müssen Bildung und
Bedürfnisse des Arbeitsmarktes eng miteinander verzahnt sein. Das ist
in Deutschland der Fall. Ein Standortvorteil, um den andere Länder
die Republik beneiden. Deswegen gelingt hierzulande vielen jungen
Menschen auch der Übergang von Ausbildung oder Studium in den Job
recht schnell. Dass in zahlreichen Branchen dringend Arbeitskräfte
gesucht werden, hilft dabei. Gleichwohl sagt das noch nichts über die
Qualität der Arbeit aus, also über die Bezahlung und die
Arbeitsbedingungen. Letztere haben sich in den vergangenen
Jahrzehnten rapide verändert. Was auch im Wahlkampf eine Rolle
spielt. Einen Job zu haben, bedeutet noch lange nicht, auch soziale
Sicherheit zu haben. Zeitverträge, schmale Entlohnung, gebrochene
Erwerbsbiografien – auch wenn laut OECD junge Leute in Deutschland
einem geringen Risiko ausgesetzt sind, arbeitslos zu werden, leben
sie doch in für sie wenig planbaren Zeiten. Deutschland ist laut OECD
auch in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung spitze. Das
wird dem Forschungsstandort guttun, der lange Zeit sehr darunter
gelitten hat, dass die Bedingungen für Spitzenkräfte im Ausland zum
Teil erheblich besser gewesen sind. Der Bundesregierung muss man
bescheinigen, dass sie in den vergangenen Jahren in diesen Bereich
viel investiert hat. Die genannten Erfolge sind nicht nur, aber
sicherlich auch darauf zurückzuführen. In der Spitze klasse, in der
Breite mitunter mau, das gehört allerdings zur Wahrheit dazu. Die
Alltagsprobleme im Bildungsbereich sind nicht verschwunden. Sie sind
eher größer geworden. Sowohl an den Unis durch die hohe Zahl an
Studenten als auch an den Schulen. Der Lehrermangel ist immens; er
gefährdet inzwischen die Erfolge, die manches Bundesland in den
vergangenen Jahren bei Pisa und anderen Studien vorweisen konnte.
Außerdem sind Bildungschancen nach wie vor zu stark abhängig vom
Elternhaus. Bildungskarriere machen meist die, deren Eltern auch
Karriere gemacht haben. Und zu guter Letzt: Der Zustand der Schulen
ist vielerorts eine Katastrophe. Gewiss, es handelt sich um Probleme,
die sich nicht von heute auf morgen ändern lassen. Aber: Über all das
wird schon seit Jahren diskutiert. Die nächste Bundesregierung muss
die Missstände daher stärker anpacken, als dies bisher geschehen ist.
Und zwar mit den Ländern, nicht gegen sie.

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