Mehr Länder mittleren Einkommens können kostengünstigen Zugang zu wichtigem neuen HIV-Medikament erhalten. Andere Pharmafirmen sollten dem Beispiel der Pharmafirma ViiV folgen!

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Das Aktionsbündnis gegen AIDS begrüßt die
Vereinbarung zwischen der Pharmafirma ViiV Healthcare und dem
Medicines Patentpool (MPP) zur geographischen Erweiterung der Lizenz
für das HIV-Medikament Dolutegravir (DTG). Menschen in Ländern mit
geringem mittlerem Einkommen (LMICs) werden davon besonders
profitieren. Andere Pharmafirmen sollten dem Beispiel folgen. Dazu
erklärt Astrid Berner-Rodoreda, Sprecherin des Aktionsbündnisses
gegen AIDS:

„Dolutegravir ist ein vielversprechendes HIV-Medikament, das von
der Weltgesundheitsorganisation sowohl für die Ersttherapie wie auch
für bereits vorbehandelte Personen empfohlen wird. Das Medikament
benötigt nur eine geringe Dosierung und ist wenig anfällig für die
Entwicklung von Resistenzen. Da Menschen im globalen Süden häufig
noch mit nebenwirkungsreichen Medikamenten der ersten Generation
behandelt werden, ist die Verfügbarkeit neuer und verträglicherer
Medikamente besonders wichtig.

Die Erweiterung der Lizenzvereinbarung betrifft 19 Länder,
darunter Armenien, Moldawien, Marokko und die Ukraine. Alleine in
diesen vier Ländern leben nach Schätzungen 270.000 Menschen mit HIV.
Insgesamt sind durch diese am Montag bekannt gegebene Vereinbarung 92
Entwicklungsländer eingeschlossen, darunter 59 Länder mittleren
Einkommens. Damit profitieren alle Länder mit geringem mittlerem
Einkommen von dieser Lizenz.

ViiV Healthcare war die erste Firma, die bei 6 Ländern mit
gehobenem mittleren Einkommen den öffentlichen Gesundheitssektor für
DTG mit in die Lizenzvereinbarungen aufnahm – eine Forderung, die das
Aktionsbündnis schon lange an alle Pharmafirmen stellt, denn viele
dieser Länder weisen eine hohe Anzahl an HIV-positiven Menschen auf
und müssen Zugang zu bezahlbaren Medikamenten aller Therapielinien
erhalten, damit eine lebenslange Therapie ermöglicht werden kann.
Andere Firmen sollten diesem Beispiel folgen und so viele Länder
mittleren Einkommens wie möglich in ihre Lizenzen einschließen. Das
Aktionsbündnis hofft, dass ViiV noch weiter mit dem Patentpool
verhandelt und den öffentlichen Sektor von weiteren Ländern mit
gehobenem mittleren Einkommen wie Algerien, Weißrussland, Brasilien,
China, Kolumbien, Kasachstan, Malaysia und Mexiko, die ein Patent
auf DTG anerkennen bzw. wo ein Patentantrag vorliegt, in seine Lizenz
mit einschließt.

Der Medicines Patent Pool wurde 2010 gegründet, um den Zugang zu
Medikamenten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu
verbessern. Durch freiwillige Lizenzvereinbarungen zwischen
Pharmafirmen und dem MPP werden die Herstellung von Generika und die
Entwicklung neuer Kombinationspräparate für diese Substanzen
ermöglicht. Derzeit gibt es für 12 antiretrovirale Medikamente
Lizenzvereinbarungen mit dem Patentpool. Neun Generikafirmen sind
inzwischen Lizenznehmer für Dolutegravir, so dass in Bälde mit
geringeren Kosten für das wichtige Medikament Dolutegravir und neuen
Kombinationspräparaten mit Dolutegravir gerechnet werden kann.“

Das Aktionsbündnis gegen AIDS ist ein Zusammenschluss von 100
Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr
als 260 lokalen Gruppen. Eines seiner zentralen Anliegen ist eine
Verbesserung des Zugangs zu HIV-Medikamenten. Weitere Informationen
finden sie unter www.aids-kampagne.de

Pressekontakt:
Peter Wiessner, Referent für Advocacy und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel: 030 275 824 03 oder 0163 456 85 14 wiessner@aids-kampagne.de

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