Mit Fürsorge und viel Herz / Seit 56 Jahren erhalten in Albert-Schweitzer-Kinderdörfern schutzbedürftige Kinder Heimat und Fürsorge (BILD)

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Das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf-Pflegekind, Roland Hampf,
feiert seinen 60. Geburtstag. Roland Hampf blickt gerne zurück auf
seine achtjährige Zeit im Kinderdorf: „Die Zeit im Kinderdorf hat
entscheidend zu meinem Weiterkommen beigetragen.“ Selbstverständlich
erinnert er sich an seine Ankunft als Siebenjähriger im Herbst 1960.
„Kühl und neblig war es, ich durfte mir etwas zu essen wünschen, da
fiel die Wahl auf Pfannkuchen.“ Bis 1968 blieb er im Kinderdorf,
danach kam eine Ausbildung als Reprofotograf. Mittlerweile lebt er
mit seiner Familie in Stuttgart.

In Waldenburg – dort wurde das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf
1957 von Margarete Gutöhrlein gegründet -, entwickelte er seine
künstlerische Ader. Neben der Fotografie betreibt er Malerei und
schreibt Gedichte. Später brachte er sich als junger Erwachsener in
das Kinderdorf ein: Seinen Wunsch-Ersatzdienst leistete er im
Kinderdorf in Waldenburg. „Ich hatte immer einen tollen Kontakt dort,
mein Zivildienst war eine wunderschöne Zeit.“ Hampf hat ein echtes
Faible für „sein“ Kinderdorf und engagiert sich regelmäßig im
Ehemaligenrat.

Das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf wurde 1957 gegründet von
der damals bereits 73-jährigen Margarete Gutöhrlein. Die resolute
Dame wollte schutzbedürftigen Kindern ein Zuhause bieten. Geprägt
durch ihre Erfahrung als Halbjüdin war ihr die Erziehung zum
Miteinander aller Menschen, gleich welcher Religion und Rasse,
wichtig. In Albert-Schweitzer, dem Friedensnobelpreisträger von 1952,
fand Margarete Gutöhrlein mit seinem Leitgedanke „Ehrfurcht vor dem
Leben“ ihr Vorbild. Sie bittet Albert Schweitzer um Übernahme der
Patenschaft – er antwortet „Gerne tue ich dies, Kinderdörfer dieser
Art sind eine Notwendigkeit in unserer Zeit.“

Die Interkonfessionalität und das so genannte
„Kinderdorfelternprinzip“ werden gemeinsam mit der Anlehnung an die
Ethik Albert-Schweitzers und seines Leitmotivs „Ehrfurcht vor dem
Leben“ Grundsatz für die Arbeit der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer.
In jeder Kinderdorf-Familie kümmert sich ein Paar als
Kinderdorfeltern gemeinsam um die Kinder. 1960 werden die ersten
Häuser bezogen. Waldenburg setzt Impulse für die Gründung weiterer
Albert-Schweitzer-Kinderdörfer in ganz Deutschland. Die Idee, Kinder
in Familien zu betreuen, setzt sich fort. Bundesweit entstehen
Albert-Schweitzer-Kinderdörfer. Auch im Osten Deutschlands werden
nach der Wiedervereinigung Vereine gegründet und übernehmen die
verantwortungsvolle Betreuung bedürftiger Kinder.

Heute bieten in Deutschland zehn
Albert-Schweitzer-Kinderdorfvereine mit rund 100
Albert-Schweitzer-Kinderdorffamilien Kindern und Jugendlichen die
nicht bei ihren Eltern leben können, ein Zuhause.

Pressekontakt:
Annett Häßler
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
T:+49 30 206491-18
F:+49 30 206491-19
E-Mail: annett.haessler@albert-schweitzer.de
www.albert-schweitzer-verband.de

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