Neue Westfälische (Bielefeld): Mobilität Die Wende muss her Carsten Heil

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Alle reden von der Mobilitätswende. Allen ist
klar, dass wir nicht länger kurze und längere Strecken mit dem Auto
zurücklegen dürfen, wenn wir umweltbewusst und gesund leben wollen.
Die Klimaziele, die derzeit in Katowice diskutiert werden, sind nur
unter mehr Verzicht auf den Individualverkehr zu erreichen.
Gleichwohl darf und soll die Wirtschaft nicht durch Verbote in diesem
Bereich abgewürgt werden. Was also tun? Erstens ist es gut, dass mit
der Fertigstellung der Nordumgehung A 30 in Bad Oeynhausen und Löhne
und auch mit der absehbaren Vollendung der A 33 zwei
Autobahn-Abschnitte in der Region bald befahrbar sind, auf die OWL
lange gewartet hat. Das entlastet Tausende Anlieger in den
betroffenen Orten, lässt Verkehr fließen und Wirtschaft
funktionieren. Zweitens benötigt die Region einen funktionierenden
Schienenverkehr für Personen und Güter. Da aber sieht es katastrophal
aus. Es kommt einem Abenteuer gleich, mit der Eurobahn von Bielefeld
nach Münster zu fahren. Auf dem Papier eigentlich eine Strecke, auf
die der Pkw absolut überflüssig ist. Aber Zugausfälle, krasse
Verspätungen und unterirdischer Service schrecken davor ab, vom Auto
auf die Bahn umzusteigen. Deshalb ist es richtig und höchste Zeit,
dass der Nahverkehrsverbund den Eurobahn-Verantwortlichen die
Daumenschrauben anlegt. Gleiches gilt für den Fernverkehr. Die
Strecke Bielefeld – Berlin ist mit dem ICE unschlagbar. Eigentlich.
Doch allein am Dienstag brannte in Hannover ein Triebwagen, Züge aus
Berlin fuhren gar nicht erst los, Reisende benötigten mehr als sechs
Stunden. Das alles verführt nicht zum Umsteigen auf das
umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Sieben Milliarden mehr benötigt
die Bahn, um ihr Streckennetz auf dem Laufenden zu halten. Es fehlen
Tausende Mitarbeiter und auch Fahrmaterial. Das alles ist ein Jammer.
Und ein Versagen des Eigentümers. Die Bundesverkehrsminister der
vergangenen Jahre haben mit der Bahn die falschen Ziele verfolgt.
Privatisierungsversuche, Sparen am falschen Ende und Prestigeobjekte
(Stuttgart 21) machen den Schienen-Fernverkehr kaputt. Die neue
Schnellstrecke München – Berlin zeigt, dass die Bahn in einem Land
von der Größe Deutschlands ein unschlagbares Verkehrsmittel ist. Da,
wie im Nahverkehr muss dringend die Wende her.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
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