neues deutschland: Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe fordert bundesweites Register zur Dokumentation vonÜbergriffen auf Obdachlose – Senat verurteilt Angriff am S-Bahnhof Berlin-Schöneweide

Die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft
(BAG) Wohnungslosenhilfe, Werena Rosenke, fordert nach dem Angriff
auf zwei Obdachlose am S-Bahnhof Schöneweide ein bundesweites
Register, mit dem Übergriffe auf Wohnungslose dokumentiert werden.
Rosenke sagte der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »neues
deutschland« (Dienstagausgabe): »Momentan werden Attacken nicht
speziell registriert, sondern nur allgemein unter Hasskriminalität
gespeichert.« Unter Hasskriminalität würden aber auch Angriffe auf
Polizisten oder beispielsweise angezündete Porsche verzeichnet. »Die
Gewalt gegen Wohnungslose wird dadurch unsichtbar«, so Rosenke.

Der Angriff vom Sonntagabend sorgte am Montag über Berlin hinaus
für Entsetzen. Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linkspartei)
verurteilte den Angriff auf zwei Obdachlose scharf. »Das ist eine
verabscheuungswürdige Tat«, sagte Breitenbach dem »nd«. Leider sei es
nicht das erste Mal, dass solche brutalen Angriffe auf obdachlose
Menschen geschehen. »Sie dokumentieren, welche Verrohung in der
Gesellschaft voranschreitet«, sagte Breitenbach. Die Senatorin
äußerte die Hoffnung, dass der oder die Täter bald gefunden und zur
Rechenschaft gezogen werden.

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