neues deutschland: Kommentar zu den Agriffen aufÖlanlagen in Saudi-Arabien

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Obgleich sich die Huthi-Rebellen zu den Angriffen
auf den staatlichen Ölkonzern Saudi-Arabiens bekannt haben,
beschuldigt US-Außenminister Mike Pompeo die Regierung in Teheran und
verkündete auf Twitter: »Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe von
Jemen kamen.« Die Urheberschaft Irans konnte er jedoch genauso wenig
beweisen. Das Außenministerium in Teheran wies jede Beteiligung an
den Angriffen von sich. Dass man den einzigen, die die Angriffe für
sich beanspruchen, keinen Glauben schenken möchte, trägt wenig zu der
Aufklärung der Schuldfrage bei, ist aber beispielhaft für die
US-Außenpolitik in Sachen Iran. Dass die Huthi-Rebellen durch die
Regierung in Teheran unterstützt werden, ist kein Geheimnis, auch
wenn sie das bestreiten. Mindestens genauso offensichtlich ist es
aber, wie die Regierung in Washington jede Gelegenheit nutzt, um eine
gewollte Eskalation zu befeuern. Bei den Angriffen am Samstag ist
niemand verletzt worden, durch saudi-arabisch geführte Luftangriffe
im Jemen seit 2015 aber Tausende gestorben. In dem Bürgerkriegsland
sind laut UN-Angaben mehr als 20 Millionen Menschen akut vom Hunger
bedroht. Wichtiger als provokante Behauptungen, die sich nicht
belegen lassen, ist die Frage, welche Konsequenzen aus den Angriffen
gezogen werden. Die sinnvollste ist nicht zu erwarten: nämlich
Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Koalition auf die vor
dem Hungertod stehende Zivilbevölkerung zu unterbinden.

Pressekontakt:
neues deutschland
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