neues deutschland: Zum Treffen der Führer aus Nord- und Südkorea in Panmunjom

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Der frühere US-Präsident Bill Clinton nannte
Panmunjom einmal den »furchterregendsten Ort der Erde«. Stacheldraht,
Elektrozäune und Gräben prägen dort und über rund 240 Kilometer das
Bild einer der am schärfsten bewachten, am stärksten verminten, einer
der militärisch wie politisch gefährlichsten Grenzen der Welt. 65
Jahre nach Krieg und Teilung haben mit Kim Jong Un und Moon Jae In am
Freitag endlich Führer aus Nord- und Südkorea in dem kleinen
Grenzdorf die ersten Breschen in das letzte Bollwerk des Kalten
Krieges geschlagen. Man kann den Menschen auf der geteilten Halbinsel
nur wünschen, dass es letztlich vollständig geschleift wird.

Doch das könnte trotz aller Freude über diesen historischen Tag
ein steiniger Weg werden. Bis Ende des Jahres wollen sich die
verfeindeten Nachbarstaaten, die formal noch immer im Kriegszustand
gefesselt sind, auf eine »dauerhafte und stabile« Friedensregelung
einigen. Das wäre ein weiterer Meilenstein. Damit könnte sich nach
sieben Jahrzehnten Gewalt und Spannungen sogar die Aussicht auf eine
Wiedervereinigung abzeichnen. Nicht weniger wichtig ist das
gemeinsame Bekenntnis von Kim und Moon zu einer atomwaffenfreien
koreanischen Halbinsel – was von Pjöngjang verlangen würde, sich von
der stärksten Währung der Macht zu verabschieden. Gelingen aber wird
all das nur, wenn auch Seouls Schutzmacht mitzieht. Wie weit die USA
dazu bereit sind, wird der nächste Gipfel zeigen – zwischen Kim und
Trump.

Pressekontakt:
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