NOZ: Bundesagentur für Arbeit mahnt dringend zu Mäßigung in Debatte um Hartz IV

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Bundesagentur für Arbeit mahnt dringend zu
Mäßigung in Debatte um Hartz IV

Vorstand Holsboer beklagt „Stimmungsmache“, Stigmatisierungen und
falsche Vorwürfe

Osnabrück. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) mahnt dringend zu
Mäßigung in der Debatte um eine Reform der Grundsicherung Hartz IV.
BA-Vorstand Valerie Holsboer sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:
„Die Begriffe, die da jetzt verwendet werden, sind für uns und unsere
Mitarbeiter die Hölle.“ Holsboer betonte, in den Jobcentern bemühten
sich sehr viele Menschen jeden Tag intensiv um die
Langzeitarbeitslosen. „Sie versuchen, sie zu aktivieren, zu
qualifizieren, einzugliedern. Dazu sind Vertrauen und Offenheit der
Kunden unabdingbar. Und da ist es alles andere als förderlich, ja
sogar schädlich, wenn fälschlicherweise von Gängelung und Demütigung
die Rede ist.“

Holsboer forderte: „Diese unverantwortliche Stimmungsmache muss
aufhören. Wir müssen wegkommen von der Stigmatisierung, die im Moment
stattfindet. (…) Wir brauchen stattdessen wieder eine Atmosphäre
des konstruktiven Miteinanders, wie wir sie hatten, bevor diese
Debatte heiß gelaufen ist.“ Sie werbe um Respekt und Anerkennung für
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jobcentern. „Das ist ein
anspruchsvoller und harter Job.“

Bei den oftmals unterfinanzierten Jobcentern, die die
Langzeitarbeitslosen betreuen, hat es nach den Worten von Holsboer
eine Wende gegeben. „Für 2019 haben wir erstmals einen hinreichend
ausgestatteten Haushalt für die Jobcenter.“ Jahrelang habe es eine
klassische Mangelverwaltung gegeben, „weshalb wir immer wieder Geld,
das formal für Eingliederungsmaßnahmen geplant war, in den
Verwaltungsetat umschichten mussten, um unsere rund 50.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bezahlen, die mit den Kunden
arbeiten“. Das sei nun vorbei.

Der Gesamtetat für die Jobcenter, die die BA zusammen mit den
Kommunen betreibt, wächst im kommenden Jahr um zehn Prozent auf 10,4
Milliarden Euro. Holsboer: „Das Budget für Eingliederungsleistungen
steigt um 400 Millionen auf 4,9 Milliarden Euro. Das
Verwaltungsbudget wird von 4,95 auf 5,5 Milliarden Euro angehoben.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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