NOZ: Bundesregierung: 2018 noch kein Ausstieg aus dem millionenfachen Kükentöten

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Bundesregierung: 2018 noch kein Ausstieg aus dem
millionenfachen Kükentöten

Alternativverfahren laut Wirtschaft ab kommendem Jahr im
Praxisbetrieb – Grüne fordern Geld für kleine Brüteiern

Osnabrück. Dieses Jahr wird es nichts mehr mit dem Ausstieg aus
dem millionenfachen Töten männlicher Küken. Das geht aus einer
Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Fraktion hervor,
berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Demnach wird es nach
Einschätzung des Landwirtschaftsministeriums dieses Jahr zwar noch
zum ersten Einsatz von Maschinen zur Geschlechtsbestimmung im Ei
kommen. Eine branchenweite Umsetzung und der damit verbundene
Ausstieg aus dem Kükentöten sei aber erst „bis zur Mitte der
Legislaturperiode“ Ziel, schreibt Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel
(CDU).

Bislang werden jedes Jahr mehr als 40 Millionen männliche Küken
direkt nach der Geburt vergast, weil sie weder Eier legen noch
schnell genug Fleisch ansetzen. Größter Eierproduzent in Deutschland
ist Niedersachsen, hier werden die meisten Küken vergast. Noch Ende
April hatte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU)
im Interview mit der „NOZ“ gesagt: „Ich gehe davon aus, dass ab dem
1. Januar 2019 mit dem Kükentöten Schluss ist.“ Dem ist nun wohl
nicht so.

Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der deutschen
Geflügelwirtschaft (ZDG) sagte der „NOZ“ zum Zeitfenster des
Ausstiegs: „Die Aussage der Bundesregierung ist aus unserer Sicht
durchaus realistisch.“ Die zwei denkbaren Alternativverfahren „werden
sicher erst im Jahr 2019 in die Praxisphase übergehen können.“
Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im
Bundestag, konstatierte, dass es mit der aktuellen Bundesregierung
beim Tierschutz in Deutschland nicht vorangehe. Das Kükentöten sei
„ethisch falsch und nicht tragbar“. Bundesministerin Julia Klöckner
(Grüne) müsse Förderprogramme auflegen, um kleineren Brütereien bei
der Anschaffung der Maschinen zu helfen. Laut Bundesregierung sind
bislang knapp fünf Millionen Euro in die Erforschung der
Alternativtechniken geflossen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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