NOZ: Notfallversorgung: Steiger-Stiftung warnt Länder und Kommunen vor Blockade der Spahn-Reform

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Stiftungspräsident Steiger: Kirchturmpolitik auf
dem Rücken der Patienten – “Überzogene Anspruchshaltung” für
Überlastung der Rettungsstellen mitverantwortlich

Osnabrück. Rettungsdienst-Experten haben Länder und Kommunen davor
gewarnt, die Reform der Notfallversorgung von Gesundheitsminister
Jens Spahn (CDU) zu blockieren. “Das Rettungswesen ist längst
kollabiert, weil Landespolitiker seit Jahren die notwendigen Schritte
verhindern”, sagte Pierre-Enric Steiger, Präsident der
Björn-Steiger-Stiftung, im Gespräch mit der “Neuen Osnabrücker
Zeitung” (NOZ). “Viele dort klammern sich an ihre regionale
Leitstelle, viele scheuen vor neuen Wegen zurück. Das ist
Kirchturmpolitik auf dem Rücken der Patienten und der Beschäftigten
im Rettungswesen.” Anlass für Steigers Kritik: Niedersachsens
Landkreise, Landesinnenminister Boris Pistorius und Bremens
Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) stemmen sich gegen die von
Spahn (CDU) geplante Zentralisierung des Rettungsdienstes. Spahn will
Kompetenzen von Kommunen und Ländern an den Bund übertragen und
zentrale Leitstellen schaffen, über die alle Patienten gesteuert
werden sollen, die die Nummern 112 oder 116117 wählen. “Wir
unterstützen die Pläne zu einer Vereinheitlichung und Zusammenlegung
des Rettungswesens voll und ganz”, sagte Steiger, dessen Stiftung
sich seit 50 Jahren für die Verbesserung der Notfallversorgung
einsetzt, der “NOZ”. Derzeit gibt es hierzulande mehr als 200
Leitstellen, so viele wie in allen anderen EU-Ländern zusammen.
“Deutschland wäre mit acht Leitstellen super aufgestellt”, sagte
Steiger. Diese müssten “zu hochmodernen und fachlich gut
aufgestellten Dienstleistungszentren ausgebaut werden”, sagte der
Experte. Steiger nannte Österreich als Beispiel. Dort hat die
Steuerung der Patienten über wenige Leitstellen dazu geführt, dass
nur noch bei jedem vierten Anrufer ein Krankenwagen losgeschickt wird
und die Rettungsstellen massiv entlastet werden konnten. Steiger
machte auch ein “überzogene Anspruchshaltung” der Gesellschaft für
die Überlastung des Rettungswesens mitverantwortlich: “Die Bürger
rufen wegen jedem Pups in der Leitstelle an und wollen wegen jedem
Kopfschmerz einen Notarzt haben.”

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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