Rheinische Post: Blasse Kanzlerin Kommentar Von Eva Quadbeck

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Die Spaltung der Gesellschaft, die mitunter
aggressive Stimmung im Land und die Dominanz der Migrationsdebatte
spiegelten sich am Mittwoch auch in der Generaldebatte im Bundestag
wider. Nun könnte man rufen: Herzlichen Glückwunsch. Endlich ist
Leben unter der Glaskuppel, und die Parlamentarier tragen einen
Wettbewerb um die besten Ideen fürs Land aus. Doch leider verdrängt
die Debatte über die Migration und den anschwellenden
Rechtsextremismus die Zukunftsfragen des Landes. Die Kanzlerin blieb
blass. Es war noch nie ihre Stärke, ihre eigene Politik mit großen
Worten und vorgetragener Leidenschaft zu verteidigen. Die wirklich
unangenehmen Themen wie Chemnitz und Köthen streifte sie nur
oberflächlich. Den Streit um die Geschehnisse dort auf eine
Semantik-Debatte zu reduzieren, ist zu wenig. Und die anderen Themen?
Die Opposition hat Recht, wenn sie Merkel vorhält, dass sie zur
Notwendigkeit der Digitalisierung vor vier Jahren schon das gleiche
gesagt hat und dass eine Erwähnung des Klimawandels nach diesem
Sommer angemessen gewesen wäre.

Pressekontakt:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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