Rheinische Post: Griechische Solidarität Von Gregor Mayntz

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Die neue griechische Regierung hatte von Anfang
an ihre Probleme mit den EU-Sanktionen gegen Russland. Dass
Regierungschef Alexis Tsipras die Kritik nun erneuerte, ist also im
Grunde keine Überraschung. Dass er als Mit-Repräsentant der EU dafür
aber den Schulterschluss mit Russlands Präsident Wladimir Putin
sucht, fügt dem griechischen Problembuch ein neues Kapitel hinzu.
Griechenland kann, darf und soll Verträge machen mit wem es will, vor
allem wenn sie die griechische Wirtschaft stärken. Wenn Putin sich
die Sympathie der Griechen erkauft, indem er ihnen Hunderte
Milliarden Euro Einnahmen aus dem Gastransit verspricht, sei ihnen
das Glücksgefühl gegönnt – so lange sie den Reformbedarf nicht
verdrängen. Doch Tsipras weiß, dass Putin gegen seine westlichen
Nachbarn einen hybriden Krieg führt. Wichtiges Ziel ist das
Herausbrechen einzelner Staaten aus der EU- Orientierung. Deshalb hat
sein Auftritt in Moskau die europäischen Irritationen verstärkt.
Athen kann jetzt nur hoffen, dass sich die EU am griechischen
Verständnis von Solidarität kein Beispiel nimmt.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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