Rheinische Post: Neue Polizeigewalt Von Frank Herrmann

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Wer weiß, wie es ausgegangen wäre, hätte ein
Passant nicht geistesgegenwärtig zu seinem Handy gegriffen und die
schockierende Szene gefilmt, wie ein weißer Polizist aus nichtigem
Anlass einen Afroamerikaner erschießt. Ohne den Beweis hätte der
Uniformierte sich vielleicht durchmogeln können mit seinen
Lügengeschichten. Womöglich hätten ihn Kollegen gedeckt, wären Zeugen
als unglaubwürdig abgetan worden, hätte ein polizistenfreundlicher
Staatsanwalt die Sache abgebogen, ehe es zu einer Gerichtsverhandlung
gekommen wäre. Wenn Afroamerikaner begründen, warum sie an den Cops
manchmal nur noch verzweifeln, dann wissen sie, wovon sie reden.
Vielerorts sitzt der Finger skandalös locker am Abzug, wird schon
leiser Widerspruch als Bedrohung interpretiert. Sicher, in Amerika,
dem Mekka privaten Waffenbesitzes, müssen Ordnungshüter durchaus
damit rechnen, dass ihr Gegenüber eine Pistole zieht. Doch was viele
daraus ableiten, grenzt schon an Paranoia. Höchste Zeit, dass die
Kräfte von „Law and Order“ einmal über gesunden Menschenverstand
debattieren.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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