Rheinische Post: Kommentar / Der Hoeneß-Effekt = Von Reinhard Kowalewsky

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Die Zahl der Selbstanzeigen wegen
Steuerhinterziehung wächst weiter enorm – auch dank
Ex-Bayern-Präsident Ulli Hoeneß. Denn der nun veröffentlichte
Urteilstext zu seiner Verurteilung bestätigt, dass unvollständige,
hektisch zusammengeschusterte Selbstanzeigen eben keinen Wert haben –
einer längeren Haft als 3,5 Jahre ist Hoeneß nur entgangen, weil er
wenigstens in der Gerichtsverhandlung auspackte und Reue zeigte. Also
sind Tausende Steuerbetrüger gut beraten, mit professionellen
Beratern ihre Selbstanzeigen zu schreiben. Und weil sich die Regeln
nächstes Jahr verschärfen, ist Eile geboten. Die Welle an
Selbstanzeigen bestätigt, dass NRW weiter Steuer-CDs speziell aus der
Schweiz kaufen sollte. Laut Auskunft von Experten könnten noch viele
unentdeckte Fälle auffliegen. Aktuell meldeten sich vorrangig eher
harmlose kleinere Unternehmer oder Rentner, heißt es – so mancher
Steuerhinterzieher zeige sich auch aus Sorge vor Indiskretionen oder
weiteren Ermittlungen bisher nicht an. Es bleibt also noch viel zu
tun für die Steuerfahnder.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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