Rheinische Post: Kommentar / Keine neue Schulden! = Von Antje Höning

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Das hat es in der Geschichte der zehnjährigen
Bundesanleihen noch nicht gegeben: Der Zins ist negativ. Wer dem Bund
Geld leihen will, muss also noch Geld mitbringen. Sparer werden
bestraft, Schuldner belohnt – verkehrte Welt. Die Politik weist der
Europäischen Zentralbank die Schuld zu, weil diese die Märkte mit
Milliarden flutete. Irgendwo muss das Geld hin, gerne in sichere
Anlagen, das drückt den Zins. Doch EZB-Präsident Draghi betrat die
Bühne erst, als die Politik nur Trauerspiele aufführte. Bis heute hat
Europa weder das Griechenland-Problem gelöst, noch die Webfehler der
Euro-Zone beseitigt – und ließ es nun sogar zur Brexit-Debatte
kommen. In den Hauptstädten, nicht in Frankfurt sitzen die Schuldigen
für den Negativ-Zins. Umso schlimmer, dass Grüne und Linke prompt
nach neuen Schulden rufen. Auch wenn der Staat keine Zinsen zahlt,
tilgen muss er. Gerade Grüne sollten wissen:
Generationengerechtigkeit sieht anders aus. Zudem hat Europa keinen
Mangel an Schulden. Feuer mag sich mit Feuer bekämpfen lassen, eine
Schuldenkrise aber nicht mit neuen Schulden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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