Rheinische Post: Kommentar / Wundernüber Gabriel = Von Reinhold Michels

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Wundern muss man sich angesichts des
bevorstehenden rot-rot-grünen Regierungspaktes in Thüringen nicht
über die Linkspartei. Ihr, der die Einsicht, dass die DDR ein
Unrechtsstaat war, abgepresst werden musste, winkt trotz solch
erbärmlicher Bockigkeit der erste Ministerpräsidentensessel. Das
macht biegsam. Zu wundern braucht man sich auch nicht über die
Grünen. Sie glauben wirklich ihrem eigenen Märchen, dass in Erfurt
eine „Reformkoalition“ heranwachse, die Thüringen zum Blühen bringen
werde. Wenn das Land welkt statt blüht, wäre eine oft richtungslos
wirkende CDU sicherlich fix bereit, den Grünen
Regierungsverantwortung anzubieten, dann eben in anderer politischer
Farbkombination. Wundern sollte man sich über den SPD-Vorsitzenden
Sigmar Gabriel, der in Berlin angestrengt nach mehr
Wirtschaftskompetenz seiner Partei sucht und konträr dazu in Erfurt
Rot-Rot-Grün gewähren lässt. Gabriel erinnert an den vermeintlichen
Feldherrn, der einst von sich sagte: „Da vorne geht mein Volk, ich
muss ihm nach, denn ich bin sein Führer.“

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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