Rheinische Post: Macron muss versöhnen Kommentar Von Christine Longin

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Von Aufstand ist die Rede und vom
Ausnahmezustand. Es geht nicht um irgendein Land in Südamerika,
sondern um Frankreich. Die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt
macht mit Bildern brennender Barrikaden und marodierender Horden
Schlagzeilen. Ihr junger Präsident, der vor anderthalb Jahren als
Hoffnungsträger galt, steht nun als Versager da. Emmanuel Macron hat
es nicht geschafft, seinen Landsleuten den Sinn seiner Reformpolitik
zu vermitteln. Schlimmer noch: Er hat die Ungleichheit zwischen Arm
und Reich noch verschärft. Das Ergebnis ist eine Wut, die sich nun
gewaltsam Bahn bricht. Ein Ziel haben die „Gelbwesten“ bereits
erreicht: Sie haben Macron in eine politische Sackgasse manövriert.
Der Präsident hat bereits Finanzhilfen über 500 Millionen Euro zum
Ausgleich für die Ökosteuer auf Benzin versprochen. Er hat einen
Dialog auf lokaler Ebene angekündigt. Doch selbst eine Rücknahme der
umstrittenen Steuer dürfte die Wut der Straße nicht besänftigen.
Eines ist auf alle Fälle klar: Weiter reformieren kann Macron das
Land vorerst nicht. Er muss es erst einmal versöhnen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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