Rheinische Post: Schulden und Schuld Von Martin Bewerunge

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Es war einmal ein kleines Land. Es hätte ein
sonniger Platz sein können, wäre dort nicht ein Schuldenberg gewesen,
der lange Schatten warf. Da erinnerte man sich an das viel größere
und reichere Land, das einst das kleine Land überfallen, Tod und
Zerstörung gebracht hatte. Würde es für den Schaden nach heutigen
Maßstäben bezahlen, könnte die Summe den Schuldenberg dem Erdboden
gleich machen. So kam es, und alle lebten glücklich bis an ihr Ende.
Das ist ein Märchen. Und es wird eins bleiben. Weil es Rechnungen
gibt, die so nicht aufgehen. Weil man Schulden und Schuld nicht in
einen Topf werfen sollte, wie das die griechische Regierung gerade
macht. Am geschehenen Unrecht besteht kein Zweifel. Athens aktuelle
Schwierigkeiten haben damit wenig zu tun. Wenn Griechenland über
Reparationsleistungen reden will, sollte dies abseits des
Schuldenthemas geschehen und so, wie es Partner tun, die an guten
Beziehungen interessiert sind. Erfahrungsgemäß kommt dabei kein Happy
End für beide heraus. Aber vielleicht ein Kompromiss. Klar, dass es
nicht um 278,7 Milliarden Euro gehen kann. Wer das glaubt, glaubt an
Märchen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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