Rheinische Post: Der tägliche Aufstand der Anständigen Von Michael Bröcker

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Das Problem an den rechtsextremen Übergriffen
in Tröglitz sind nicht die Nazi-Dumpfbacken. Man würde sich zwar
wünschen, dass diese Idioten zwei Wochen in einer Einzelzelle
verbringen und dort sämtliche Auschwitz-Fernsehdokumentationen in
Dauerschleife schauen müssten (was in einem humanistischen
Rechtsstaat zum Glück nicht möglich ist). Aber eine
demokratiegefährdende Bewegung sind die kleinen Nazi-Trupps in
Jogginghosen nicht. Das Problem an „Tröglitz“ ist die Gruppe der
Sympathisanten, die an den Stammtischen und Gartenzäunen dieser
Republik klammheimlich beklatschen, dass da mal einer gegen die
Flüchtlinge vorgeht. Das sind jene Durchschnittsdeutschen, die
„nichts gegen Ausländer“ haben, aber die Fremden doch bitte nicht in
der Stadt sehen wollen; jene Wohlstandsverlierer, die ihr
Bauchgrummeln zum politischen Koordinatensystem erhoben haben. 150
Anschläge auf Asylbewerberheime gab es 2014, quer durch die Republik.
Wo Flüchtlinge zum Hassobjekt werden, braucht es einen raschen,
öffentlichen Widerstand, damit der Unmut über die Fremden nicht
tödlich endet. Nicht nur Tröglitz könnte ihn gebrauchen, diesen
täglichen Aufstand der Anständigen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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