RTL/n-tv-Trendbarometer: Die meisten Bayern lehnen Politik von Söder und Seehofer ab – Landtagswahl: Nur 40 Prozent für CSU – 71 Prozent der Deutschen gegen nationalen Alleingang in Flüchtlingsfrage

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Gegenwind für CSU in Bayern

Mit ihrer Flüchtlingspolitik kann die CSU auch in Bayern die
Mehrheit nicht überzeugen. Für das RTL/n-tv-Trendbarometer hat forsa
in dieser Woche die Meinungen zur aktuellen Politik im Freistaat
erforscht. Die Arbeit des bayerischen Ministerpräsidenten Markus
Söder und des Bundesinnenministers Horst Seehofer bewerten die Bayern
mehrheitlich negativ. Die von der CSU heftig attackierte
Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält hingegen auch in Bayern mehr
Zuspruch als die christsoziale Führung.

In Zahlen: Nur 38 Prozent der Bayern sind mit der bisherigen
Arbeit Söders zufrieden, 56 Prozent dagegen “weniger zufrieden oder
unzufrieden”. Das Urteil über Söder ist fast so schlecht wie das über
Söders Vorgänger Horst Seehofer im Dezember 2017, kurz vor seiner
Ablösung. Mehrheitlich zufrieden mit Söder sind lediglich die
Anhänger der CSU (56%) und der AfD (67%). Mit Merkels Arbeit sind
dagegen mehr Bayern (43%) zufrieden. Selbst unter den CSU-Anhängern
schneidet Merkel mit 61 Prozent besser ab als Söder. Die Abneigung
der bayerischen AfD-Anhänger gegen die Kanzlerin ist dagegen total:
99 Prozent sehen die Kanzlerin kritisch.

Horst Seehofer kommt im Urteil der Bayern genauso schlecht weg wie
Markus Söder. Nur 37 Prozent der Bürger im Freistaat bewerten seine
Arbeit positiv, 61 Prozent aber negativ. Auch der Innenminister
findet mehrheitlich Zustimmung nur bei den Anhängern der CSU (55%)
und der AfD (61%). Besonders kritisch sind die Grünen (94%). Seehofer
betrachtet die “Lösung der Flüchtlingsfrage” als seine Hauptaufgabe
in der Bundesregierung – 75 Prozent der Bayern sind allerdings der
Auffassung, dass es Probleme gibt, “die genauso wichtig oder sogar
noch wichtiger sind”. Das glauben auch zwei Drittel der CSU-Anhänger
(66%). Nur von den AfD-Anhängern sind 72 Prozent davon überzeugt,
dass es nichts Wichtigeres gibt als die Flüchtlingspolitik.

Wegen des von ihr angezettelten Streits in der Flüchtlingsfrage
käme die CSU bei einer Bundestagswahl derzeit nur noch auf 36
Prozent, das sind 2,8 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl im
September 2017. Weil die CSU vor Ort noch über viele Repräsentanten
verfügt, die anders als die Parteispitze großes Vertrauen genießen,
würden die Christsozialen bei einer Landtagswahl mit 40 Prozent
besser abschneiden als im Bund, wären aber von der angestrebten
absoluten Mehrheit weit entfernt. Gegenüber der Landtagswahl 2013
würden die Christsozialen derzeit 7,7 Prozent-punkte verlieren. Die
SPD käme bei einer Landtagswahl auf 13, die FDP auf 5, die Linke auf
3, die AfD auf 13 Prozent. Die Grünen erhielten 14, die Freien Wähler
8 Prozent, andere Parteien 4.

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL:
“Mit ihrem rabiaten Vorgehen gegen die Kanzlerin schadet die
CSU-Spitze nicht nur der Union insgesamt, sondern vor allem auch der
eigenen Partei. Die CSU kann nicht einmal die eigenen Anhänger
geschweige denn die Mehrheit der bayerischen Landsleute überzeugen.
Der erträumte große Sieg bei der Landtagswahl ist derzeit nicht in
Sicht.”

Deutsche gegen nationalen Alleingang in der Flüchtlingspolitik

Vor dem Hintergrund des erbitterten Streits zwischen CDU und CSU
sind die meisten Bundesbürger im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer
gegen den von Horst Seehofer geforderten nationalen Alleingang in der
Flüchtlingspolitik; sie unterstützen zu 71 Prozent die von Angela
Merkel angestrebte europäische Lösung. Auch zwei Drittel der Bayern
(68%) wollen ein gemeinsames europäisches Vorgehen. Der Anteil der
Befürworter einer europäischen Flüchtlingspolitik ist im Laufe des
Junis sogar um vier Prozentpunkte gewachsen. Seehofer wird nur von
den Anhängern der AfD unterstützt: 83 Prozent von ihnen sind für den
nationalen Alleingang, aber nur 44 Prozent der CSU-Anhänger.

Wegen des andauernden Streits in den Unions-Parteien trauen 35
Prozent der Deutschen weder Merkel noch Seehofer zu, nachhaltige
Lösungen in der Flüchtlingspolitik zu finden. Den zuständigen
Minister Seehofer halten nur 25 Prozent der Befragten für fähig, das
Problem der Flüchtlinge in den Griff zu bekommen; von Merkel denken
das immerhin 40 Prozent. Dabei kann sich die Kanzlerin auf eine
starke Vertrauensbasis in ihrer CDU-Anhängerschaft stützen (72%),
während Seehofer sogar von der eigenen Wählerschaft das Vertrauen
verweigert wird: Nur 34 Prozent der CSU-Anhänger glauben, Horst
Seehofer könne die Flüchtlingsfrage lösen.

CDU/CSU weiterhin nur 30 Prozent

Der Streit zwischen CDU und CSU prägt im aktuellen
RTL/n-tv-Trendbarometer weiterhin die politische Stimmung im Land.
Die Union liegt wie in der Vorwoche bei 30 Prozent, dem niedrigsten
Wert seit der Bundestagswahl. SPD und Linke können gegenüber der
Vorwoche leicht zulegen, Grüne und FDP verlieren. Die AfD bleibt
weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Wert von 15 Prozent. Wenn
in dieser Woche Bundestagswahl wäre, würden sich die Deutschen, die
wählen gehen, so entscheiden: CDU/CSU 30 Prozent (Bundestagswahl
32,9%), SPD 17 Prozent (20,5%), FDP 9 Prozent (10,7%), Grüne 13
Prozent (8,9%), Linke 10 Prozent (9,2%), AfD 15 Prozent (12,6%). 6
Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden
(5,2%). 24 Prozent der Wahlberechtigten sind unentschlossen oder
würden nicht wählen (Nichtwähler: 23,8%).

Die Meldungen sind mit der Quellenangabe RTL/n-tv-Trendbarometer
frei zur Veröffentlichung.

Die Daten zur politischen Stimmung in Bayern wurden vom Markt- und
Meinungsforschungsinstitut forsa am 21. und 22. Juni 2018 im Auftrag
der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 1.033 Befragte im Freistaat
Bayern. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Die Daten über die Einschätzung der Flüchtlingspolitik wurden vom
Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa am 21. und 22. Juni 2018
im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 1.003 Befragte.
Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Die Daten über die Parteien- und Kanzlerpräferenz wurden vom 18.
bis 22. Juni 2018 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im
Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 2.503 Befragte.
Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Pressekontakt:
Ansprechpartner bei RTL: Matthias Bolhöfer, Telefon: 0221 – 45674227
Ansprechpartner bei n-tv: Alessia Maier, Telefon 0221 – 45674103
Ansprechpartner bei forsa: Dr. Peter Matuschek, Telefon 030 –
62882442

Original-Content von: Mediengruppe RTL Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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