Südwest Presse: Kommentar: Kükentötung

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Flauschig und niedlich sehen frisch geschlüpfte Küken
aus. Allerdings ist ihnen kein langes Leben beschert, wenn sie
männlich sind: Bei der Produktion von Legehennen sind sie
überflüssiger Abfall, der nach wenigen Stunden mit Gas getötet wird
und als Tierfutter in Zoos landet. Das wird vorläufig auch so
bleiben. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat das Verbot des
Kükentötens durch den nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes
Remmel kassiert. Der Richter nannte den Konflikt beim Namen
Wirtschaftlichkeit oder Ethik. Und er ist nicht so einfach zu lösen,
wie Tierschützer meinen.Denn ein Verbot würde nicht dazu führen, dass
die Hähnchen am Leben bleiben, um später im Kochtopf zu landen. Das
ist unwirtschaftlich. Vielmehr würde die Produktion von Legehennen
rasch ins Ausland abwandern. Ist sie einmal weg, würde sie auch nicht
mehr zurückkommen, wenn endlich ein Verfahren reif für die Großserie
ist, bei dem das Geschlecht kurz nach dem Bebrüten im Ei bestimmt
wird. Das soll im nächsten Jahr soweit sein – gefördert von einem
Bundeslandwirtschaftsminister mit CSU-Parteibuch, während von seiner
grünen Vor-Vorgängerin keine Initiativen auf diesem Gebiet bekannt
sind. Remmel und die Tierschützer können sich zu Gute halten, dass
erst ihr Druck diese Entwicklung in Gang gesetzt hat. Jetzt
allerdings zu meinen, das Kükentöten sofort verbieten zu müssen,
bringt zwar Beifall in der Öffentlichkeit, aber nicht mehr
Tierschutz.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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