Verdacht auf Kindeswohlgefährdung an der Staatlichen Ballettschule Berlin – Kommission wird Vorwürfe untersuchen

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Sperrfrist: 23.01.2020 06:05
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An der Staatlichen Ballettschule Berlin soll es über Jahre hinweg Missstände
gegeben haben. Der Redaktion rbb24 Recherche liegen Dokumente und Aussagen vor,
die drillartige Ausbildungsmethoden und Überlastungen der Schülerinnen und
Schüler beschreiben. Demzufolge soll an der Eliteschule bei Unterrichts-,
Proben- und Auftrittszeiten gegen Jugendschutzregelungen verstoßen worden sein.
Auf Verletzungen und Erkrankungen sei kaum Rücksicht genommen worden. Ehemalige
Schülerinnen beklagen eine sexualisierte Sprache und so genanntes Bodyshaming.
In Folge des Drucks soll es zu häufigen Essstörungen und Anzeichen extremer
Erschöpfung gekommen sein. Sogar bisher unbewiesene Gerüchte über sexuelle
Übergriffe einer Lehrkraft werden seit Monaten diskutiert.

In den Unterlagen und Aussagen, die rbb24-Recherche vorliegen, geht es auch um
den Vorwurf, die bisherige Schulleitung um Professor Ralf Stabel und den
künstlerischen Leiter Gregor Seyffert habe ein System von Abhängigkeiten
geschaffen, in dem willkürliche Sach- und Personalentscheidungen gefällt worden
sein sollen. In einem Beschwerdepapier an die Schulleitung und die
Schulaufsicht, das von rund zwei Dritteln der Mitarbeiter unterzeichnet worden
ist, ist von einer “Kultur der Angst” die Rede, die an der Ballettschule
herrsche. Stabel und Seyffert wollen sich zu den Vorwürfen nicht äußern und
verweisen an die zuständige Senatsverwaltung. Von da heißt es: Zum
Beschwerdepapier “Kultur der Angst” gebe es auch diverse Gegendarstellungen von
Mitarbeitern. Schulleitung und Schulaufsicht seien über die der Redaktion
rbb24-Recherche berichteten konkreten Missstandsfälle nicht informiert worden.
Beschwerden dazu lägen nicht vor. Die Senatsbildungsverwaltung nimmt die
Vorwürfe dennoch sehr ernst, sagte Staatssekretärin Beate Stoffers dem rbb. Sie
hat inzwischen eine Kommission unter Leitung der ehemaligen Ballettschulleiterin
Hannelore Trageser einberufen. Der Kommission sollen auch unabhängige
Mitglieder, die nicht aus der Verwaltung kommen, angehören. Sie soll alle
Vorwürfe unabhängig, umfassend und zeitnah untersuchen. Elite bedeute nicht,
dass man bestimmte Grundregeln nicht einzuhalten habe, so Stoffers.

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Rundfunk Berlin-Brandenburg
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