WAZ: Die Heimat ist hier. Kommentar von Matthias Korfmann

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Sehr kontrovers, sehr energisch, sehr gefühlsbeladen
sind die Reaktionen auf unsere Berichte über die türkische
Schulbuchreihe. Es lohnt sich, weiter darüber zu reden und zu
streiten. Denn es geht um viel mehr als um Schulbücher. Es geht im
Kern um die Frage, welchen Kulturen und welchem Land sich NRW-Bürger
mit türkischen Wurzeln zugehörig fühlen (sollen). Die Regierung in
Ankara wünscht sie sich so: Sie sollen weiter türkisch sprechen,
türkisch denken, Türken sein. Atatürk ist der Maßstab, nicht Adenauer
oder Brandt. Erdogan streichelt gern die Seele der Türkischstämmigen
in Deutschland. Er kann das auch so gut, weil diese Seele hier nie
gestreichelt wurde. Wer sich willkommen fühlt, träumt nicht ständig
von der Türkei. Wir in NRW können kein Interesse daran haben, dass
Schüler hier zum „Türkentum“ erzogen werden. Diese Kinder sind in
Dortmund, Unna, Duisburg zu Hause. Der unkritische Nationalstolz, den
die türkische Regierung streut, hilft ihnen nicht. Der Türkei
übrigens auch nicht.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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