WAZ: Fasten bis der Arzt kommt – Kommentar von Jens Dirksen zu kindlichem Fasten im Ramadan

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Kleine Jungs, die auf dem Fußballplatz umfallen,
Grundschul-Mädchen die im Unterricht wegdämmern, weil sie die wenigen
Nachtstunden zum Essen und Trinken nutzen müssen statt zu schlafen –
es liegt nahe, darüber den Kopf zu schütteln, weil der Koran das
Fasten doch erst ab der Pubertät vorschreibt.

Man wird sich allerdings auch ziemlich schwertun, eine
Aufforderung zum Handy- oder Schokoladen-Fasten, wie es von vielen
Menschen nach Karneval praktiziert wird, in der Bibel zu finden. Man
kann das eine wie das andere als eine reine Mode-Erscheinung
betrachten und gelassen abwinken.

In einer Überflussgesellschaft bekommt der Verzicht einen gänzlich
neuen Reiz – so sehr, dass er gar zur Sucht werden kann. Eine Grenze
wird in jedem Fall da erreicht, wo die Gesundheit der Betroffenen
ernsthaft Schaden zu nehmen droht. Aber dass das Fastenritual gerade
unter muslimischen Kindern und Jugendlichen immer häufiger
praktiziert wird, gibt zu denken. Ganz gleich, ob sie damit einem
Druck nachgeben oder ein Bedürfnis erfüllen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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