WAZ: Junkers letztes Aufgebot. Kommentar von Knut Pries zur EU-Kommission

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Der neue Kommissionspräsident Juncker hat seinem
Team ein melodramatisches Etikett verpasst: „Kommission der letzten
Chance“. Das ist eine verkappte Bitte um Unterstützung und zugleich
eine Beschreibung des Ist-Zustands. Die Vertrauenskrise dauert an.
Zwar hat die Mehrheit der Bürger Ende Mai „pro-europäisch“ gewählt.
Zwar kann sich Junckers Kommission im EU-Parlament auf eine solide
Zweidrittel-Mehrheit stützen. Aber draußen im Lande sind die meisten
durchaus nicht sicher, ob diese Union Teil der Lösung ist, und nicht
vielleicht Teil der Probleme. Dennoch verdient die Truppe eine
Chance, weil sie sich offensichtlich darüber im Klaren ist, was die
Stunde geschlagen hat. Und weil sie einen neuen Teamgeist in Aussicht
stellt. Die Aufstellung ist passabel, das Konzept mutig und
plausibel. Funktionieren wird es jedoch nur bei mannschaftlicher
Geschlossenheit.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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