WAZ: Zahl der Hausärzte im Ruhrgebiet steigt

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Während sich der Hausarztmangel in den ländlichen
Regionen in NRW verschärft, ziehen die Großstädte des Ruhrgebietes
diese Mediziner an. Seit dem Ende des „Sonderstatus“, der dem Revier
bis vor einem Jahr eine geringere Hausarztdichte vorschrieb, konnten
in der Region 62 von rund 100 neu freigegebenen Hausarztsitze besetzt
werden. Laut den Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigungen, die der
Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vorliegen, profitieren besonders
Duisburg und Oberhausen von der Öffnung. In Duisburg wurden alle
zwölf zusätzlichen Hausarztsitze besetzt, in Oberhausen waren es 7
von 7,5. Im westfälischen Teil des Reviers kamen bisher 30 Sitze
dazu, 20 davon alleine in Dortmund in Hamm. In Essen wird es erst ab
Sommer 2020 zusätzliche Hausärzte geben.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist mit der
Entwicklung zufrieden. „Die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigungen
zeigen: Die angestrebte Versorgungsverbesserung für die Menschen im
Ruhrgebiet im Rahmen der Aufhebung des Sonderstatus wirkt. Sie
bestätigen aber auch: Die Sorge vor einem Sogeffekt bei der
hausärztlichen Versorgung in die großen Ruhrgebietsstädte zu Lasten
des ländlichen Umlands war nicht unbegründet“, sagte Laumann der WAZ
(Montagsausgabe).

Auch die Versorgung mit Psychotherapeuten verbessert sich im
Revier, allerdings nur langsam. 80 neue Therapeuten-Zulassungen sind
im Ruhrgebiet entstanden, und um die tobt ein harter Wettbewerb.
Allein im nordrheinischen Teil des Ruhrgebiets stehen 50 neuen
Psychotherapeuten-Zulassungen rund 280 Anträge gegenüber. Minister
Laumann setzt darauf, „dass bei der aktuellen Reform der
Bedarfsplanung der Bedarf an psychotherapeutischen Behandlern noch
einmal grundsätzlich überprüft wird.“

Dass das Revier bis 2028 insgesamt 600 zusätzliche Hausarztsitze
bekommt, liegt daran, dass der Sondergebiets-Status dieser Region
Ende 2017 durch den Gemeinsamen Bundesausschuss aufgehoben wurde. In
zehn Jahren wird das Zahlenverhältnis von Einwohnern je Hausarzt
schrittweise an den Bundesschnitt herangeführt: von 2134 Einwohner
auf 1671 Einwohner je Hausarzt. Im Moment liegt diese Zahl im
Ruhrgebiet bei 2000. Die nächste Anpassung ist für 2020 geplant.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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