Welthungerhilfe zum Koalitionsvertrag: Starkes Signal für 815 Millionen hungernde Menschen

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Die Welthungerhilfe begrüßt, dass die
Überwindung von Hunger und Armut im Koalitionsvertrag explizit als
Priorität für die Entwicklungspolitik benannt wird. Konkret sollen
Kleinbäuerinnen und -bauern sowie lokale und genossenschaftliche
Ansätze gefördert werden, um die Lebensmittelproduktion für die
regionalen Märkte zu stärken. Die Zusage vom G7-Gipfel 2015 in Elmau,
500 Millionen Menschen aus Hunger und Mangelernährung zu führen, wird
bekräftigt.

„Die Stärkung der Hungerbekämpfung ist angesichts weltweit
zunehmender Krisen und Konflikte ein notwendiger Schritt. Der
Koalitionsvertrag ist ein starkes Signal für die 815 Millionen
hungernden Menschen weltweit. Wir sind froh, dass das
Sondierungsergebnis nachgebessert wurde und Entwicklungspolitik als
eigenständiges Politikfeld beschrieben und nicht auf
Fluchtursachenbekämpfung allein reduziert wird“, sagt Bärbel
Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Auch weitere zentrale Forderungen der Welthungerhilfe haben in den
Koalitionsvertrag Eingang gefunden. So soll die Zusammenarbeit mit
Nichtregierungsorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit
ausgeweitet werden. Die Parteien bekennen sich zu einer fairen
Handelspolitik und wollen beispielsweise
Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit den afrikanischen
Staaten (EPAs) unter Entwicklungsaspekten überprüfen. Ein fairer
Handel ist entscheidend, um Entwicklungsländern wirtschaftliche
Chancen und Perspektiven zu eröffnen. Die Koalition will das Pariser
Klimaabkommen umsetzen und arme Länder bei der Anpassung an den
Klimawandel unterstützen.

„Dass die Koalition die Umsetzung der Agenda 2030 und die
Förderung einer nachhaltigen Entwicklung zum Maßstab des
Regierungshandelns erkoren hat sowie die nationale
Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickeln will, stimmt mich
optimistisch, dass die Politik der Bundesregierung gegenüber den
ärmsten Ländern besser aufeinander abgestimmt wird“, so Bärbel
Dieckmann.

Die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und
zivile Krisenprävention sollen „deutlich“ erhöht werden. Am Ziel, die
Ausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens („ODA-Quote“)
zu erhöhen, wird festgehalten. Enttäuschend ist jedoch das Fehlen
eines konkreten Datums für die Zielerreichung. Darüber hinaus reichen
die genannten Auswüchse nicht aus, um das 0,7-Prozent-Ziel
tatsächlich zu erreichen. Auch die beschlossene Kopplung der
Entwicklungsausgaben an die Steigerung im Verteidigungsetat sieht die
Welthungerhilfe kritisch. Die Welthungerhilfe begrüßt die stärkere
Ausrichtung auf die ärmsten Länder (LDCs). Dieser Trend sollte
ausgebaut werden.

„Der Koalitionsvertrag enthält viele gute Ansätze zur Überwindung
von Hunger und Armut. Jetzt müssen den Worten Taten folgen“, so
Bärbel Dieckmann.

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, und Dr. Till
Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe, stehen Ihnen
als Interviewpartner zur Verfügung.

Weitere Informationen unter: https://www.welthungerhilfe.de/presse

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten
Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell
unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit ihrer
Gründung wurden mehr als 8.500 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit
3,27 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem
Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen
Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen
Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und
internationalen Partnerorganisationen.

Deutsche Welthungerhilfe e. V.
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