Westfalenpost: Nina Grunsky zur Großrazzia gegen Clans in NRW

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Rund 1300 Polizisten im Einsatz. Die Bilanz: 14
Festnahmen, 100 Strafanzeigen, zehn Waffen sichergestellt, 25
Betriebe wie Shisha-Bars und Spielhallen geschlossen, hunderte
Kilogramm unversteuerter Tabak beschlagnahmt. Kein ganz peinliches
Ergebnis. Dennoch kann man sich fragen, ob es dazu einer nach
Aufmerksamkeit heischenden Großrazzia bedurfte oder ob nicht
regelmäßige Kontrollen mindestens ebenso wirksam wären. Ein bisschen
Aktionismus und Werbung in eigener schwarz-gelber Regierungssache ist
also gewiss dabei. Zumal die Clans im Ruhrgebiet durch diese einzelne
Aktion nicht allzu empfindlich getroffen sein dürften. Aber die
Großrazzia ist eben nicht der erste Nadelstich gegen die Clans
gewesen. Und er wird nicht der letzte bleiben. Das ist gut.
Jahrzehnte lang haben die Clans in NRW ihre Strukturen verfestigen
können; nun wird es Jahre dauern, sie wieder zu zerstören. Der Druck
der Polizei ist dabei nur ein Mittel. Angebote für Ausstiegswillige,
eine gute Schulbildung, Arbeitsplätze, Perspektiven sind weitere.
Denn die Clans sind groß geworden, weil jahrzehntelang schwere Fehler
in der Integrationspolitik gemacht worden sind.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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