Westfalenpost: Nur nicht verzweifeln Von Dirk Hautkapp

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Alle vier Jahre wieder, wenn sich Amerika seiner
wichtigsten Personalfrage annimmt, kommt aus der alten Welt Kritik.
Zu teuer, zu inhaltsarm, zu schrill. So geht die Rede in Europa, wenn
der in Iowa beginnende Auswahlprozess für das Weiße Haus beginnt.
Alles richtig – und falsch zugleich. Das Menschen, Material und
Moneten verschleißende Politspektakel der Vorwahlen bringt das
Widerwärtigste und Strahlendste der Demokratie hervor. Vor acht
Jahren, als ein Schwarzer Hoffnung auf Wandel verströmte, war Amerika
ein anderes Land. Heute geben nicht die “Mutigen” und “Freien” den
Ton an. Sondern, ganz ohne Flüchtlingsdruck, Wutbürger, die den
Anschluss an das multikulturelle Hier und Jetzt verpasst haben.
Dennoch: Nur weil mit Donald Trump ein überdurchschnittlicher
Abstrusling das Schlagzeilentempo dominiert, muss man nicht gleich
verzweifeln. Das apokalyptische Bild, das der Milliardär von Amerika
zeichnet, hat mit der Wirklichkeit wenig gemein. Dass auf der andere
Seite ein sozialdemokratisch gepolter Rentner Begeisterung mit seinem
Feldzug gegen den Finanzkapitalismus entfacht und zum zweiten Mal die
gleiche schlaue Frau Anlauf nimmt, erste US-Präsidentin zu werden,
ist global betrachtet so schlecht nicht. Bernie Sanders und Hillary
Clinton versöhnen uns mit der Antipathenriege um Leute wie Trump und
Cruz. Das US-amerikanische Wahlsystem ist ein offener politischer
Marathon um Überzeugungen und Popularität. Früher oder später wurde
noch stets aussortiert, was hinter der charismatischen Fassade hohl
und gefährlich erschien. Warum sollte es jetzt anders sein?

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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