Zypern: Polizeischutz für deutsche Vogelschützer / Zugvogeljagdsaison beginnt – Morddrohungen gegen Aktivisten

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Um gegen den millionenfachen Fang
geschützter Zugvögel in der Republik Zypern vorzugehen, wird das
Bonner Komitee gegen den Vogelmord ab dem Wochenende einen
Großeinsatz auf der Mittelmeerinsel durchführen. Hauptaufgabe der
rund 16 Teilnehmer aus Deutschland und Italien wird es sein,
illegale Fangplätze aufzuspüren und Beweise gegen die Wilderer zu
sammeln.

Das Komitee setzt sich seit 2001 für einen besseren Vogelschutz
auf Zypern ein und hat mit seinen Aktivisten allein im letzten Jahr
rund 8.840 illegal aufgestellte Leimruten und Fangnetze zerstört oder
der Polizei gemeldet. Der Verein geht davon aus, dass die Zahl
entdeckter Fangplätze in diesem Jahr als Folge der Wirtschaftskrise
weiter zunehmen wird. „Viele Zyprer fangen illegal Vögel, um sich
mit dem Verkauf der Tiere an Restaurants etwas dazu zu verdienen“, so
Komiteevorsitzender Heinz Schwarze.

Die Aktionen des deutschen Verbandes haben bereits für viel Wirbel
auf der Mittelmeerinsel gesorgt. In den letzten Jahren ist es nach
Angaben des Komitees immer wieder zu brutalen Übergriffen gegen
Aktivisten gekommen. „Angesichts der zur Zeit auf Zypern herrschenden
deutschfeindlichen Stimmung, könnte die Situation noch weiter
eskalieren“, befürchtet Schwarze. Allein in den letzten Tagen habe
der Verein mehrere telefonische Morddrohungen sowie eine eindeutige
Email aus Zypern erhalten. Zitat: „Erst Hitler, dann Merkel und jetzt
das Komitee! Wenn ihr in Paralimni auftaucht, werden euch die Leute
dort umbringen“.

Das Komitee hat sich deshalb mit Unterstützung der deutschen
Botschaft an die zyprischen Behörden gewandt, und um Polizeischutz
für die Aktionen gebeten. Mit Erfolg. Ab Samstag werden die Teams der
Vogelschützer von zwei bewaffneten Polizeibeamten begleitet.

Der illegale Fang und der Verzehr von Singvögeln hat auf Zypern
eine lange Tradition. Nach Angaben des Komitees und der Organisation
BirdLife Cyprus werden jedes Jahr mehrere Millionen Rotkehlchen,
Grasmücken und andere Zugvögel gefangen, um sie zu verspeisen oder an
Restaurants zu verkaufen. Betroffene von der Wilderei sind auch
zahlreiche in Deutschland stark gefährdete Arten wie Pirole,
Nachtigallen und Ziegenmelker.

Pressekontakt:
V.i.S.d.P.: Komitee gegen den Vogelmord e.V. (CABS), Axel Hirschfeld,
An der Ziegelei 8, 53127 Bonn
Kontakt für Rückfragen und Bildmaterial: Alexander Heyd, Tel.: +49
228/665521 oder +49 1722191542, Email: presse@komitee.de,
Internet: www.komitee.de

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