10 Jahre 11.September: eine Zäsur für die Weltpolitik

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Anlässlich des zehnten Jahrestags der
terroristischen Angriffe auf das New Yorker World Trade Center und
das Pentagon in Washington am 11. September 2001 erklären die
Vorsitzenden der LINKEN, Klaus Ernst und Gesine Lötzsch, der
Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE Gregor Gysi sowie der
Vorsitzende der Linksfraktion GUE/NGL im Europäischen Parlament,
Lothar Bisky:

10 Jahre 11.September: eine Zäsur für die Weltpolitik

Der 11. September 2001 war in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur für
die Weltpolitik: Die Anschläge auf das World Trade Center in New York
und das Pentagon in Washington D.C zeugten nicht nur von ungeheurer
Brutalität, sondern auch von einer bis dato unbekannten Art der
Selbstinszenierung der Attentäter. Die schockierenden Bilder der
einstürzenden „Twintowers“ gingen um die Welt und werden uns immer im
Gedächtnis bleiben. Dieser terroristische Akt ist und bleibt
unentschuldbar und nicht relativierbar.

Wir gedenken an diesem Tag der nahezu 3 000 Opfer des
11.September, unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Der Tod
tausender Menschen und das Leid ihrer Angehörigen kann durch nichts
gerechtfertigt werden.

Aber auch die Kriege, die die USA und ihre Verbündeten im Namen
des Kampfes gegen den Terrorismus seit dem 11. September 2001 führen,
und die Konflikte, die sich als Folge der Anschläge verschärften,
haben das Koordinatensystem der Welt verändert. Es gilt, der Spirale
der Gewalt ein Ende zu setzen. Zehn Jahre Krieg in Afghanistan haben
den Angehörigen der Opfer ihre Nächsten nicht zurückgebracht.
Stattdessen wurde ein ohnehin schon kriegs- und armutsgebeuteltes
Land in einen militärischen Konflikt gezogen, der bisher weitere 30
000 Zivilisten und 2 600 alliierten Soldatinnen und Soldaten das
Leben gekostet hat. Hinzu kommen die tausenden Toten des
Irak-Krieges. In vielen demokratischen Staaten, auch in Deutschland,
wurden Bürger- und Freiheitsrechte eingeschränkt.

Die tragischen Entwicklungen in Afghanistan und im Rest der Welt
in den vergangenen zehn Jahren haben gezeigt, dass Krieg keine
Antwort auf Terror sein kann. Ein Antiterrorkrieg muss scheitern. Der
Terrorismus ist nicht geschwächt worden, seine Anhängerzahl hat
zugenommen. Keines der zur Kriegsrechtfertigung ausgegebenen Ziele
für Afghanistan – von der Schulbildung über Demokratie und
Rechtsstaat bis hin zur Durchsetzung von Frauenrechten – wurde
erreicht. Selbst an die Möglichkeit einer effektiven Staatlichkeit in
Afghanistan ohne Taliban glaubt niemand mehr. Deshalb muss die
Bundeswehr unverzüglich aus Afghanistan abgezogen werden.

Krieg ist und bleibt das falsche Mittel. Stattdessen müssen die
Staaten friedlich beieinander stehen und mit einer gerechteren
Weltwirtschaftsordnung, einem Dialog der unterschiedlichen Kulturen
und Religionen und sozialer Wohlfahrt dem Terror den Boden entziehen.

Berlin, 9. September 2011

Pressekontakt:
Alexander Fischer
DIE LINKE Parteivorstand
Pressesprecher

Kleine Alexanderstraße 28
10178 Berlin
Telefon: (+49) (0) (30) 24009543
Telefax: (+49) (0) (30) 24009220
Mobil: (+49) (0) (151) 17161622

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