Es passiert auf dem Fußweg, wo Entgegenkommende
rücksichtslos zur Seite gedrängt werden. Im Straßenverkehr, wo
bedenkenlos die Lichthupe zum Einsatz kommt. Auf dem Amt, wo keiner
Geduld beim Schlangestehen hat. Und eben im Zug. Hier sind die
Schaffner die Opfer. Sie werden angeschrien. Ihnen wird gedroht.
Fahrgäste holen auch mal mit dem Krückstock aus. Ist unsere
Gesellschaft insgesamt gewalttätiger geworden? Nein. Dagegen sprechen
viele Zahlen. Aber der Ton ist rauer. Das Benehmen entgleist
schneller. Die Gesellschaft ist öfter schlecht gelaunt. So fühlen es
doch viele jeden Tag. Dass das Wüten der BVB-Fans bei der Durchfahrt
durch den Bahnhof Osnabrück strafrechtlich zu ahnden ist – keine
Frage. Aber auch weniger gefährliche Unverschämtheiten oder
Tätlichkeiten im öffentlichen Zusammenleben müssen wir uns nicht
gefallen lassen. Es ist also ein Vorbild, wenn das
Massentransportmittel Bahn seine Mitarbeiter jetzt mit einer Basta-
Ansage vor machohaftem Verhalten schützt: Wer sich nicht benimmt,
geht zu Fuß? Gut so.
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