Kölner Stadt-Anzeiger: Kriegsspiele in Ditib-Moscheen – Minister fordert sofortige Aufklärung

Das Video aus der Ditib-Moschee in Herford
schockierte, als es im April dieses Jahres bei Facebook auftauchte:
Kinder mit Waffenattrappen und Kampfuniformen absolvieren mit großer
Ernsthaftigkeit eine Parade. Vereinzelt zielen sie mit Gewehren auf
imaginäre Feinde. Ein Kind gibt Befehle wie „Stillgestanden“ und
„Rührt euch“. Zusätzlich existiert ein Foto, auf dem die Kinder mit
geschlossenen Augen unter einer türkischen Fahne am Boden liegen. Die
Szene wird von mehreren Erwachsenen mit Handys gefilmt.

Der in Herford mit Kindern inszenierte Märtyrertod war kein
Einzelfall, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seiner
Freitagausgabe. Nach der Entgleisung habe es weitere vergleichbare
Vorfälle in diesem Jahr auch in Mönchengladbach und Duisburg gegeben.
Zusätzliche Fälle seien aus Duisburg und Essen (2015) und Waltrop
(2014) bekannt. Außerhalb von NRW seien ebenfalls Aufführungen
festgestellt worden: In diesem Jahr in Heilbronn, Güglingen und
Eppingen, 2017 in Karlsruhe und Calw. Dies gehe aus einem Bericht des
NRW-Integrationsministeriums an den Integrationsausschuss des
Landtags hervor. „Unabhängig davon, in welchem Kontext diese
»Aufführung« im konkreten Fall gestanden hat, empfinde ich es als
inakzeptabel, dass Kinder in einer solchen Weise, offensichtlich
unter Anleitung von Erwachsenen, für militärisch-propagandistische
Zwecke missbraucht werden“, sagte NRW-Integrationsminister Joachim
Stamp (FDP) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Für mich ist es absolut
untragbar, dass kleine Kinder in Deutschland an kriegs- und
gewaltverherrlichenden Veranstaltungen teilnehmen – noch dazu in
einem religiösen Zusammenhang. Die Ditib habe ich deshalb
unmissverständlich aufgefordert, sich von den Vorfällen zu
distanzieren und diese aufzuklären.“

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