Rund einen Monat nach der verheerenden Sturzflut in Nepal am 26. August hat sich der humanitäre Bedarf im Land deutlich verändert. Die internationale Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe warnt, dass die Betroffenen neben akuter Nothilfe jetzt vor allem sichere, winterfeste Unterkünfte, eine funktionierende Gesundheits- und Wasserversorgung sowie Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen benötigen. Insgesamt sind über 90.000 Menschen von den Auswirkungen der Katastrophe betroffen, mehr als 1.400 Menschen kamen ums Leben, über 5.600 gelten weiterhin als vermisst.
„Für viele Menschen geht es jetzt um die Frage, wie sie durch den Winter kommen. Viele haben ihr Zuhause und ihre Einkommensquellen verloren. Gleichzeitig sind Straßen, Brücken, Wasserleitungen und Gesundheitseinrichtungen vielerorts zerstört. Besonders abgelegene Gemeinden sind schwer erreichbar. Wir müssen deshalb die akute Nothilfe fortsetzen und zugleich dafür sorgen, dass die betroffenen Menschen wieder eine Perspektive bekommen“, sagt Simone Walter, Help-Nothilfekoordinatorin.
Wiederaufbau und Traumaversorgung nach der Flut in Nepal
Neben Unterkünften, Trinkwasser und Sanitärversorgung werden auch medizinische und psychosoziale Hilfe, Einkommensperspektiven sowie Unterstützung für Schulen dringend benötigt. „Besonders Kinder, Senior:innen, Schwangere und chronisch Erkrankte sind akut gefährdet. Viele der Überlebenden sind traumatisiert, haben Freunde und Familienangehörige verloren oder hoffen noch, die Überreste geliebter Menschen in den Trümmern zu finden. Sie brauchen dringend mehr Unterstützung“, so Walter weiter.
Der ganzheitliche Wiederaufbau wird jedoch dauern: Rund 4,2 Milliarden Euro werden laut Schätzungen von Experten dafür benötigt. Mögliche Rückkehr- und Umsiedlungsorte müssen zudem auf bestehende Risiken geprüft werden. Betroffene Regionen werden daher langfristig auf Unterstützung angewiesen sein.
Help – Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt gemeinsam mit nepalesischen Partnerorganisationen besonders gefährdete Familien und verteilt Lebensmittel, Hygieneartikel, sauberes Trinkwasser und weitere Hilfsgüter. Help ermöglicht außerdem psychosoziale Betreuung, insbesondere für Kinder. Schwangere, Stillende und Mütter von kleinen Kindern erhalten zudem medizinische Unterstützung. Zusätzlich sollen lokale Gesundheitszentren gestärkt werden.
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