Berlinale-Brunch der ARD: Filmintendantin Karola Wille betont Engagement für gesellschaftliche Vielfalt

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Die ARD hat beim heutigen Berlinale-Brunch der
ARD-Filmintendantin Karola Wille noch einmal ihre klare Haltung zur
Frage sexualisierter Gewalt und Abhängigkeitsstrukturen in der Film-
und Fernsehbranche bekräftigt und ihr Engagement für
gesellschaftliche Vielfalt betont.

„Wir werden allen Vorgängen vollständig auf den Grund gehen. Es
gilt hier Null Toleranz“, sagte Wille vor den rund 80 Teilnehmerinnen
aus allen Bereichen der Film- und Kreativwirtschaft. In den einzelnen
Häusern der ARD gebe es bereits heute viele Anlaufstellen, die
Unterstützung und Hilfe geben. „Die ARD wird sich auch an einer
übergeordneten Anlaufstelle in geeigneter Weise beteiligen. Es ist
eine Frage, die die gesamte Kreativbranche und auch andere Branchen
betrifft. Und deshalb sollte der Ansatz hier auch ein breiter sein“,
so Wille weiter.

Medien-Staatsministerin Monika Grütters betonte in ihrer Begrüßung
die Notwendigkeit für mehr Diversität im Kultur- und Kreativbereich:
„Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um zu
prognostizieren, dass Fälle sexueller Gewalt und Belästigung dort
seltener vorkommen, wo Frauen genauso viel Macht haben wie Männer“,
sagte Grütters: „Daher freue mich, dass man auch bei der ARD Vielfalt
als Chance und Gewinn sieht und sich dazu konkrete Maßnahmen auf die
Fahnen geschrieben hat.“ Grütters verwies auf die im Aufbau
befindlich branchenübergreifende Anlaufstelle, zu der das BKM eine
Anschubfinanzierung von 100.000 Euro zu Verfügung stellt. „Wichtig
ist, dass wir jetzt sofort starten“, so Grütters.

Die Runde diskutierte auch die Ergebnisse der ersten
repräsentativen Studie über Diversität im gesamten deutschen
TV-Angebot. „Eine wesentliche Zugangsbarriere zu kreativen
Schlüsselpositionen im Film- und Fernsehbereich sind stereotype
Vorstellungen in den Köpfen der Entscheider – und zwar nicht nur der
männlichen, sondern auch der weiblichen Entscheider“, so Wille. „Es
geht um unser Bewusstsein – Stereotype stecken eben auch in unseren
Köpfen.“

Wille weiter: „Wir müssen Gesellschaft in ihrer Vielfalt
zusammenhalten. Dazu gehören viele Facetten – und deshalb sind
Geschlechtergerechtigkeit und Diversität allgemein von zentraler
Bedeutung und Schlüssel für unser Zusammenleben. Dazu braucht es
einen branchenübergreifenden Ansatz. Wir haben in der ARD dazugelernt
und bringen die Dinge zielgerechtet in Bewegung.“ Hier sei ein
Bewusstseinswandel spürbar, der sich auch in Zahlen niederschlage. So
bestätigt der vierte Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie der
ARD eine Steigerung bei weiblichen Regiebesetzungen.

„Beim FilmMittwoch im Ersten stehen aktuell ein Viertel
Regisseurinnen drei Viertel Regisseuren gegenüber. Beim Serienabend
am Dienstag führen bereits 32,1 Prozent Frauen Regie gegenüber 67,9
Prozent Männern. Hier – und vor allem beim Sonntagskrimi – gibt es
sicher noch Nachholbedarf“, so Wille.

Um hier ganz konkrete Verbesserungen zu erreichen, fand im
Anschluss an den Berlinale Brunch der ARD-Filmintendantin das erste
„Regisseurinnen-Speed Dating“ statt. Das neue Format von
ARD-Fernsehfilmkoordination und Degeto gibt Regisseurinnen die
Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. „Dies ist ein erster
Baustein von vielen“, sagte Wille.

Pressekontakt:

Steffen Grimberg
Mitteldeutscher Rundfunk
Tel. 0171/6445309
E-Mail: steffen.grimberg@mdr.de

Original-Content von: ARD Presse, übermittelt durch news aktuell

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