BERLINER MORGENPOST: Attentäter vom Breitscheidplatz hatte offenbar Mitwisser

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Der Attentäter Anis Amri hatte offenbar mindestens
einen Mitwisser, der in den Plan für den Terroranschlag auf dem
Berliner Breitscheidplatz eingeweiht war. Darüber informierte der
Leiter des Berliner Landeskriminalamtes (LKA), Christian Steiof, am
vergangenen Freitag in einer nicht-öffentlichen Sitzung des
Amri-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus. Der
Inhalt von Steiofs Aussage wurde der Berliner Morgenpost, dem
Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)und dem ARD-Magazin Kontraste von
mehreren Teilnehmern der Sitzung bestätigt.

Der LKA-Chef berichtete demnach, dass drei V-Personen seiner
Behörde Kontakt zu Amri hatten. Steiof bestätigte damit einen Bericht
der Berliner Morgenpost und des RBB vom 16.November 2018. Einer
dieser informellen Zuträger, so Steiof weiter, habe Mitarbeitern der
Anti-Terroreinheit des Landeskriminalamtes von einem Gespräch mit
einem Mann namens Feysal H. berichtet. Feysal H. war dem LKA bekannt
und wurde dort als islamistischer Gefährder eingestuft. In dem
Gespräch mit der V-Person habe Feysal H. gesagt, dass Amri ihn in
seinen Anschlagsplan eingeweiht habe.

Nach Angaben von Teilnehmern der nicht-öffentlichen Sitzung
versicherte LKA-Chef Steiof, dass das LKA erst nach dem Anschlag von
der V-Person erfahren habe, dass ihr der Terrorplan von Amri bekannt
war. Aus der Sicht der Abgeordneten steht nun die Frage im Raum, ob
die Anti-Terror-Fahnder die V-Person womöglich gezielter hätten
befragen können und so auch schon vor dem Anschlag von Amris
Anschlagsabsicht hätten erfahren können.

Feysal H. ist ein islamistischer „Gefährder“, der wegen versuchten
Totschlags und Körperverletzung vorbestraft ist. Derzeit leidet er
offenbar an einer psychischen Erkrankung. Wann er von Amris
Anschlagsplan erfuhr, und wann er der V-Person des LKA davon
erzählte, ist unklar. Offen ist auch, ob Amri womöglich weitere
Mitwisser oder gar Helfer hatte.

Die seit dem Anschlag ermittelnde Bundesanwaltschaft wollte sich
auf Anfrage nicht zu möglichen Mitwissern äußern. Bislang hatte die
Behörde Amri stets als Einzeltäter bezeichnet. Der Abgeordnete
Benedikt Lux (Grüne) zieht diese Vermutung angesichts der Berichte
der V-Person über den Mitwisser Feysal H. nun in Zweifel. „Die
Einzeltäter-These ist jetzt noch weniger haltbar als zuvor. Wir
wollen den V-Mann-Führer dazu hören“, sagte Lux dem RBB und der
Berliner Morgenpost.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

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