BERLINER MORGENPOST: Berlin braucht mehr Lehrer – Kommentar von Ulrich Kraetzer zur neuen Berliner Bildungsoffensive

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Die Berliner Bildungspolitik ist seit Jahrzehnten
von ideologischen Richtungskämpfen geprägt. Bei Neuerungen haben sich
die Bildungspolitiker meist an solch „großen Würfen“ abgearbeitet.
Die Bilanz ist dürftig. Denn die Bedingungen sind in Berlin – das sei
zugestanden – wegen der vielen Schüler aus bildungsfernen Haushalten
zwar schwieriger als in anderen Bundesländern.

Dass die Hauptstadt bei Bildungsvergleichen in unschöner
Regelmäßigkeit auf den hinteren Plätzen landet, ist dennoch kein
Naturgesetz. Sondern ein Armutszeugnis und das Ergebnis einer
Politik, die es bei allen vermeintlich „großen Würfen“ versäumt hat,
den Laden einfach erst mal am Laufen zu halten.

Nun soll mal wieder alles besser werden. Aber diesmal geht es
nicht um den „großen Wurf“ – sondern um ganz Praktisches. Mehr
Deutsch und Mathe, mehr Lehrer, mehr Fortbildungen, häufigere
Vergleichstests. Aber kommen die Maßnahmen wirklich? Das ist
ungewiss. Denn um ihre Vorhaben umzusetzen, braucht Scheeres mehr
Lehrer.

Längst aber kehren viele Lehrer der Hauptstadt den Rücken, weil
sie in anderen Bundesländern – anders als in Berlin – verbeamtet
werden. Braucht also auch Berlin eine Verbeamtung, um im Wettbewerb
um Lehrkräfte mithalten zu können? Die Stadt muss darüber nachdenken.
Die Wiedereinführung der Verbeamtung wäre dann allerdings doch wieder
ein „großer Wurf“.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

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