BERLINER MORGENPOST: Nie mehr bauen ohne Plan / Kommentar von Joachim Fahrun zum Rechnungshofbericht

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Kurzform: Stets sind es die Bauplanungsunterlagen,
die sich als nicht wirklich belastbar herausstellten, kritisieren die
Rechnungsprüfer. Oft liegt das auch daran, dass Politiker zu spät
noch wesentliche Vorgaben für den Bau ändern. Auch hier lässt der BER
grüßen. Bleibt zu hoffen, dass die systematische Kritik des Berliner
Rechnungshofes endlich in den Behörden ankommt. Kein Baubeginn mehr
ohne ordentliche Planung, das muss überall das Motto sein. Natürlich
wird es auch dann immer mal Kostensteigerungen geben. Aber es wäre
schön, wenn das die Ausnahme wäre und nicht die Regel.

Der vollständige Kommentar: Bei großen Bauvorhaben sind
Schlagzeilen programmiert. Nämlich dann, wenn sie teurer werden als
geplant und die Arbeiten länger dauern. So war es bei der Sanierung
der Staatsoper, über den Flughafen BER wollen wir besser schweigen.
Aber wahrscheinlich sind es die vielen kleinen Planungs-Desaster, die
Berlin am Ende noch mehr Geld kosten als die vergleichsweise wenigen
Großprojekte. 42 Bauvorhaben mit einem Kostenvolumen von einer bis
fünf Millionen Euro hat der Landesrechnungshof unter die Lupe
genommen, sozusagen die öffentliche Baustelle von nebenan. Der Befund
ist erschütternd. In keinem einzigen dieser Projekte entsprachen
Planung und Vorbereitung den Vorgaben. Und es war keineswegs so, dass
die Rechnungsprüfer nur solche Fälle angeschaut hätten, bei denen es
Hinweise auf entsprechende Probleme gab. Das lässt den Schluss zu,
dass in Berlin tatsächlich kaum ein Bauvorhaben so geplant und
gemanagt wird, wie es eigentlich sein sollte. Was für ein
gigantischer Schaden, der über die Jahre für den Steuerzahler
entstanden ist und weiter jeden Tag entsteht. Und was für ein Verlust
für die vielen Schüler, Kita-Kinder, Kulturinteressierte,
Verwaltungsmitarbeiter oder -kunden, die viel länger als nötig auf
eine Sanierung oder einen Neubau ihrer Räume warten müssen. Stets
sind es die Bauplanungsunterlagen, die sich als nicht wirklich
belastbar herausstellten, kritisieren die Rechnungsprüfer. Oft liegt
das auch daran, dass Politiker zu spät noch wesentliche Vorgaben für
den Bau ändern. Auch hier lässt der BER grüßen. Bleibt zu hoffen,
dass die systematische Kritik des Berliner Rechnungshofes endlich in
den Behörden ankommt. Kein Baubeginn mehr ohne ordentliche Planung,
das muss überall das Motto sein. Natürlich wird es auch dann immer
mal Kostensteigerungen geben. Aber es wäre schön, wenn das die
Ausnahme wäre und nicht die Regel.

Pressekontakt:
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