Bischof Bätzing zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung in der Corona-Krise

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Anlässlich der heute (27. März 2020) im Bundesrat verabschiedeten Maßnahmen für die Bundesrepublik Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie, die bereits im Deutschen Bundestag beschlossen und von der Bundesregierung eingebracht wurden, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

“In diesen Tagen erleben wir, mit welcher Entschlossenheit die Verantwortlichen in Bund und Ländern die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Deutschland einzudämmen und zu bekämpfen suchen. Dies zeigt sich ganz besonders mit dem in dieser Woche im Deutschen Bundestag und heute im Bundesrat verabschiedeten beispiellosen Hilfspaket.

Es verdient große Anerkennung, mit welcher Dynamik Bundes- und Landesregierungen sowie die Parlamente reagieren und dringend notwendige Hilfsmaßnahmen auf den Weg bringen. Die Unterstützung, die diese Gesetzesvorschläge von den Oppositionsparteien erfahren, macht deutlich, dass es in unserem demokratischen Gemeinwesen einen Zusammenhalt im Sinne des Gemeinwohls gibt, den wir ebenso im gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Umgang wahrnehmen. Für ihre Tatkraft und ihren unermüdlichen Einsatz möchten wir Bischöfe den politisch Verantwortlichen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auch manche Nachtschicht eingelegt haben, nachdrücklich Dank sagen.

Es ist gut und stiftet Zuversicht, dass das Maßnahmenpaket an die konkreten Sorgen der Menschen in unserem Land anknüpft. Die Verantwortlichen sind erkennbar darum bemüht, den existentiellen Nöten von Bürgerinnen und Bürgern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, von Selbstständigen, Menschen aus der Wirtschaft und von Unternehmen wie sozialen Dienstleistern mit unterschiedlichen, auf die jeweiligen Bereiche abgestimmten Hilfsmaßnahmen zu begegnen. Zudem wird mit den Leistungen für Krankenhäuser das Gesundheitssystem unterstützt, in dem sich Beschäftigte und Freiwillige schon jetzt bis über die Erschöpfungsgrenze hinaus dafür einsetzen, dass jeder an dem COVID-19-Virus erkrankte Mensch und alle anderen Patienten jene Behandlung erhalten, die sie benötigen.

Diese Krise verlangt von uns allen Durchhaltevermögen und bringt spürbare, bisweilen schmerzhafte Einschränkungen der persönlichen Freiheit und im öffentlichen Leben mit sich. Sie fordert uns als Gesellschaft heraus, neue Formen des Austauschs und der Nähe zu finden. Als Kirche sind wir gefordert, neue Formen des Gebets und der Seelsorge anzubieten.

Wir alle werden über einen längeren Zeitraum Regeln einhalten müssen, die zur Verzögerung und Eindämmung der Pandemie entscheidend sind. Zudem sind ergänzende Hilfsmaßnahmen notwendig, die weiterhin zügiges politisches Handeln erfordern. Die beschlossenen Gesetze sind daraufhin zu prüfen, ob sie die beabsichtigten Wirkungen erzielen. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass diese Pandemie in Deutschland, Europa und weltweit jene besonders massiv trifft, die ohnehin am schwächsten und hilfebedürftig sind.”

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