Caritas baut Arbeit auf griechischen Inseln aus und fordert schnelle europäische Lösung zur Aufnahme von Geflüchteten

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Caritas-Präsident Peter Neher: “Europäische Werte werden an den
Grenzen Europas mit Füssen getreten”

“Die Szenen, die sich insbesondere an der türkisch-griechischen Grenze
abspielen, sind dramatisch. Bei allen diplomatisch-politischen Überlegungen
tritt völlig in den Hintergrund, dass es sich hier um Menschen handelt”, so der
Caritas-Präsident. “Diese Menschen mussten alles zurücklassen und harren jetzt
in der Kälte aus, werden mit Tränengas abgewehrt und wissen einfach nicht
weiter. Ihre Instrumentalisierung durch die türkische Führung verurteilen wir
aufs Schärfste. Der zunehmenden Entmenschlichung von Flüchtlingen muss Einhalt
geboten werden.”

Es ist dringend notwendig, vor Ort auf den Routen zur Grenze und an der Grenze
selbst, wo sich zunehmend viele Menschen sammeln, Hilfe in Form von
Lebensmitteln, Unterkunft und gesundheitlicher Versorgung zu leisten. Das
gebietet die Humanität. Dabei brauchen Griechenland und Bulgarien alle
Unterstützung ihrer europäischen Partner.

Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, wird
angesichts der neuen Situation seine Arbeit insbesondere auf den Inseln Lesbos
und Chios weiter verstärken und ausbauen. Dorthin werden vermehrt Menschen
kommen und damit den bestehenden Druck auf den Inseln weiter erhöhen. Vor allem
diese Neuankömmlinge müssen schnell versorgt werden. “Die offiziellen Camps
können diese Aufgabe schon lange nicht mehr nachkommen”, sagt der
Caritas-Präsident. Sie sind bereits um das bis zu Zehnfache überbelegt. Der
Hilfebedarf ist bereits jetzt enorm und wird weiter steigen, da dort jegliche
Infrastruktur fehlt. Caritas international kümmert sich auf den Inseln Lesbos
und Chios vor allem um die psychologische Betreuung der Menschen, gibt
rechtliche Beratungen und organisiert medizinische Hilfe.

“Die EU-Länder müssen mit Hochdruck unter anderem mit der Türkei an einer Lösung
arbeiten, die es den Menschen erlaubt, in der Nähe ihrer Heimatregion zu
bleiben. Außerdem müssen sich die EU-Länder, die dazu bereit sind, zur Aufnahme
von Geflüchteten verpflichten – denn es sieht bedauerlicherweise nicht danach
aus, als würde es die so lange ersehnte gesamteuropäische Lösung für eine
Verteilung der Geflüchteten in der EU geben”, so Neher weiter. Insbesondere die
besonders schutzbedürftigen Menschen, allen voran die Kinder, müssen aufgenommen
werden. “In Deutschland gibt es viele Kommunen und Organisationen, die sich zur
Aufnahme geflüchteter Menschen bereit erklärt haben.”

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