Corona: Stiftung Kinderzukunft kämpft gegen Hunger in Guatemala

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Frauen nehmen dankbar die Lebensmittelpakete an
 

Sechzehn Prozent der Bevölkerung Guatemalas sind unterernährt, beinahe die Hälfte der unter Fünfjährigen weist Wachstumsstörungen auf. Die Covid-19-Pandemie verschlimmert die Lage.

Das Leben ist für Sabina García noch schwerer geworden. Ihre Tochter ist aufgrund einer Verletzung arbeitsunfähig und sie selber findet wegen ihres Alters keine Anstellung. Während des Lockdowns konnten sie aufgrund der Ausgangssperre und der stillgelegten öffentlichen Verkehrsmittel nur zu bestimmten Zeiten aus dem Haus und auch nicht mehr zum Markt. Dank der Lebensmittelspende der Stiftung Kinderzukunft haben die beiden zumindest eine Zeit lang etwas zu essen. „Die Hilfe der Stiftung ist ein großer Segen. Wir sind unfassbar glücklich“, erklärte Sabina.

Insbesondere in abgelegenen Dörfern wie in La Cumbre-Esperanza – einem Dorf im Hochland Guatemalas – in dem die Stiftung seit Jahren Frühstücksküchen betreibt, ist die Not besonders groß. Die Küchen haben aufgrund der staatlichen Corona-Maßnahmen bereits auf Lebensmittellieferungen umgestellt. Neben der hohen Arbeitslosigkeit führen mangelhafte Hygienestandards und fehlende Maßnahmen zur Familienplanung zur Armut in der Region. Väter reisen meist mit LKWs in die nächstgelegene Stadt oder Dorf, um dort zu arbeiten. Manchmal kehren sie nicht nach Hause zurück.

Erst kam der Lockdown, dann der Hunger. Die zusätzliche Hilfe wird dringend benötigt. Noch immer herrscht nachts Ausgangssperre. Behörden, Schulen und Bars sind nur teilweise geöffnet. Die Menschen haben ihre Arbeit verloren, weil Arbeitgeber sie nicht mehr bezahlen können oder weil sie durch die Stilllegung des öffentlichen Nahverkehrs nicht mehr zur Arbeit kommen. Durch das Wegbrechen des Einkommens fehlt das Geld für Lebensmittel.

Guatemala ist der zentralamerikanische Staat mit dem niedrigsten Krankenhausaufkommen, in manchen Regionen gibt es kein einziges Beatmungsgerät. Die medizinische Versorgung ist mangelhaft.

Werner Otoniel Monzón, Leiter des Kinderdorfs der Stiftung in Guatemala, zeigt sich geschockt angesichts der hohen Zahl an Menschen, die nun von Armut und Hunger bedroht sind. Frustration, Traurigkeit und Verwirrung machte sich unter den ehrenamtlichen Helfern breit, als sie die Lieferung verteilt hatten und dabei sichtbar wurde, dass der Bedarf an Hilfe noch lange nicht gestillt ist. Alberto, der Fotos von der Verteilung machte, entstammt ärmlichen Verhältnissen und weiß wie es ist, hungrig schlafen zu gehen. Er selbst entkam einem ähnlichen Schicksal, weil das Kinderdorf der Stiftung sich damals seiner annahm. Das Ausmaß des Elends dort sei auch für ihn schockierend gewesen, erklärte er.

Die Not ist groß. Für die Hilfslieferungen wurden Menschen mit unterschiedlichen Geschichten und Problemen ausgewählt: Eltern und Familien, die durch Corona ihren Arbeitsplatz verloren haben, Familien mit geringem Einkommen, und ein Teil der Lebensmittel wurde an Menschen verteilt, die auf der Straße um Hilfe betteln. Auch ein Behinderten- und ein Frauen-Altenheim wurden beliefert, denn diese Einrichtungen finanzieren sich oft ausschließlich durch private Spenden.

Eine der Empfängerinnen der durch die Kinderzukunft organisierten Lebensmittelpakete ist Pascuala Tixal. Bis vor kurzem lebte sie mit ihrem zwölfjährigen Sohn und ihrem Vater zusammen, der die Familie ernährte. Der Vater starb an Corona, und Pascuala kann ihrer Arbeit als Weberin seit Ausbruch der Pandemie nicht mehr nachgehen. Dadurch verfügt sie über keinerlei Einkommen und kann ihren Sohn nun nicht mehr in die Schule schicken. „Ich danke der Stiftung von ganzem Herzen für die Lebensmittel. Sie helfen uns in dieser fürchterlichen Situation sehr“, bedankte sie sich.

Die Lebensmittellieferungen konnten die erste Not einiger Familien stillen, aber irgendwann sind die Vorräte aufgebraucht, und viele Familien haben noch keine Hilfe erhalten. Die Stiftung Kinderzukunft plant weitere Lebensmittelverteilungen. Dafür werden dringend Spenden benötigt!

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