Der Notstand der Schulen – Kommentar von Joachim Fahrun

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Niemand kann behaupten, es geschehe nichts. Die
Schulbau-Offensive der rot-rot-grünen Koalition gewinnt nach langen
Anlaufschwierigkeiten endlich an Fahrt. Gleichwohl ist der Wettlauf der Bauleute
und Bildungsplaner mit den zum Glück wachsenden Kinderzahlen ein kritisches
Thema.

Ein Schlaglicht auf die Zustände wirft der Hilferuf aus Tempelhof-Schöneberg.
Dort wurde die Entwicklung der Schülerzahlen unterschätzt. Jetzt drohen dort
diejenigen Verlierer zu werden, die eine besonders intensive Betreuung
benötigen.

Es sind dies die Kinder von Zuwanderern, die noch kein Deutsch können. Für viele
von ihnen finden sich im Bezirk keine speziellen Lerngruppen, zu Zeiten der
Flüchtlingskrise 2015/16 bekannt als “Willkommensklassen”.

Die Schulen des Bezirks haben zu wenige Räume für dieses Angebot. Das klingt
abweisend. Aber wer will es einem Schulleiter verdenken, der in seine
proppenvolle Schule nicht noch weitere Schüler stopfen möchte?

Am Ende wird Solidarität gefragt sein. Wer noch Kapazitäten hat, wird sie
hergeben müssen. Denn dass Kinder in Deutschland nicht in die Schule gehen
können, so weit darf es nicht kommen. Schon gar nicht in Berlin.

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