Der Sockel bröckelt

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Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht
heute eine Broschüre zur Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit in
Deutschland. Ergebnisse zeigen, dass Langzeitarbeitslose heute
bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben als noch vor zehn Jahren,
sich die Struktur der Arbeitslosigkeit aber weiter verschlechtert.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland wandelt sich. Er ist zum einen
flexibler und dynamischer geworden, gleichzeitig beeinflusst die
demografische Entwicklung das Verhältnis zwischen Angebot und
Nachfrage. Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist insgesamt gesehen
gut. Trotzdem gibt es Menschen, für die aufgrund ihrer individuellen
Problemlagen eine Integration in den Arbeitsmarkt auch weiterhin
nicht einfach ist. Viele davon sind langzeitarbeitslos. Obwohl durch
die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe mehr Menschen in
das Vermittlungs- und Aktivierungssystem einbezogen wurden, sinkt die
Langzeitarbeitslosigkeit. Mit der beschleunigten
Arbeitsmarktintegration arbeitsmarktnaher Arbeitsloser geht jedoch
eine zunehmend schwierige Struktur der verbleibenden Arbeitslosigkeit
einher.

Eine aktuelle Auswertung der BA beschreibt die Entwicklung der
Langzeitarbeitslosigkeit, die als Indikator für verfestigte
Arbeitslosigkeit gelten kann. In den vergangenen fünf Jahren sank die
Zahl der Arbeitslosen um gut ein Drittel auf unter drei Millionen. Im
gleichen Zeitraum hat sich der Bestand an Langzeitarbeitslosen nahezu
halbiert – von 1,7 Millionen auf 886.000 im Juni 2011.

„Auch wenn der Sockel bröckelt, kommen wir jetzt natürlich an den
harten Kern. Es bleiben diejenigen zurück, bei denen sich durch
verschiedenste Problemlagen eine erfolgreiche Integration in naher
vielleicht auch in weiter Zukunft nicht abzeichnet. Ab jetzt wird
jeder Schritt schwerer und die Herausforderung immer größer“, so
Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der BA.

In den vergangenen Jahren stieg die Dynamik am Arbeitsmarkt
erheblich an. Dies zeigt sich am erhöhten Austausch zwischen
Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Der Übergang aus
Arbeitslosigkeit in Beschäftigung gelingt auch Langzeitarbeitslosen
besser. „Sicherlich wird viel diskutiert über Zeitarbeit, befristete
Beschäftigungen oder den Niedriglohnsektor – aber bei allem für und
wider, Langzeitarbeitslose, Ältere oder Geringqualifizierte konnten
von der höheren Flexibilisierung des Arbeitsmarktes profitieren.“

Trotz verbesserter Integrationschancen für Hartz IV Empfänger
sieht Alt noch viele ungenutzte Potenziale. „Es gibt Arbeit, das
zeigen eine Million offene Stellen in Deutschland. Betriebe können
nicht mehr auf den Idealtypus eines Arbeitnehmers warten. Es gibt
viele Unternehmen, die inzwischen anders denken. Nicht nur aus
Gründen der Fairness jedem Menschen gegenüber, sondern mit Blick auf
die Volkswirtschaft und den Erhalt des Wirtschaftsstandorts
Deutschland. Und übrigens gibt es in unserer Wirtschaft auch nach wie
vor Raum für einfache Arbeit“, so Alt.

Die Broschüre zur Arbeitsmarktsituation für Langzeitarbeitslose
finden Sie im Internet unter
http://statistik.arbeitsagentur.de/arbeitsmarktberichte. Neben den
wachsenden Strukturproblemen und der steigenden Fluktuation am
Arbeitsmarkt werden unter anderem auch regionale Disparitäten
betrachtet.

Informationen zum Hörfunkservice der Bundesagentur für Arbeit
finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de.

Pressekontakt:
Bundesagentur für Arbeit
Presseteam
Regensburger Strasse 104
D-90478 Nürnberg
E-Mail: zentrale.presse@arbeitsagentur.de
Tel.: 0911/179-2218
Fax: 0911/179-1487

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