Die große BRIGITTE-Studie „Mein Leben, mein Job und ich“ deutet darauf hin: Wir stehen am Wendepunkt!

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Noch nie waren die Lebensentwürfe von Männern und
Frauen einander so ähnlich. Und noch nie war der Wunsch nach
tatsächlich gelebter Gleichberechtigung so groß.

Wie denken die Frauen und Männer heutzutage über ihr Leben, ihre
Perspektiven, ihre täglichen Herausforderungen? Worüber ärgern sie
sich, was ist ihnen wichtig – und was weniger? Wo setzen sie ihre
Prioritäten? Wie beurteilen sie ihre berufliche Situation? Für die
große BRIGITTE-Studie „Mein Leben, mein Job & ich“, durchgeführt vom
Meinungsforschungsinstitut Ipsos, beantworteten 2002 Frauen und
Männer zwischen 18 und 69 Jahren 151 Fragen – mit höchst spannenden
Ergebnissen. Männer wollen Karriere machen, Frauen legen den
Schwerpunkt auf Familie? Aussagen wie diese haben ihre Gültigkeit
wohl verloren. Die Lebensentwürfe der Geschlechter nähern sich
einander an und waren sich noch nie so ähnlich. Der Wunsch nach
tatsächlich gelebter Gleichberechtigung ist groß, doch in der
Realität noch nicht erfüllt.

Die zentralen Ergebnisse der Studie:

KARRIERE ZU MACHEN IST FRAUEN HEUTE GENAUSO WICHTIG WIE MÄNNERN

Egal ob es um die Übernahme von Verantwortung geht, um die
berufliche Weiterentwicklung oder ums explizite „Karrieremachen“ – in
ihren beruflichen Ambitionen ziehen die Frauen heute ganz klar mit
den Männern gleich. Auf die Frage „Wie wichtig ist Karriere zu machen
für Ihre Zufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation?“, antworteten
48 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer mit (sehr) wichtig.
Auch was die konkrete Bedeutung von Arbeit angeht, gibt es kaum noch
Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Zwar finden es Frauen
wichtiger als Männer, im Beruf mit Menschen in Kontakt zu kommen
(Frauen 82 Prozent, Männer 74 Prozent). Doch für beide ist ihre
Berufstätigkeit vor allem gleichbedeutend mit finanzieller
Flexibilität (Frauen 92 Prozent, Männer 91 Prozent) – und mit der
Verrichtung einer sinnvollen Tätigkeit (Frauen 80 Prozent, Männer 81
Prozent).

TSCHÜSS MUTTERMYTHOS!

Mutter zu werden ist dagegen für die Lebenszufriedenheit vieler
Frauen nicht der bestimmende Aspekt. Zumindest im Vergleich zur
zentralen Bedeutung von Job (79 Prozent) und finanzieller
Unabhängigkeit (94 Prozent) ist ihr Bedürfnis, Kinder zu haben oder
zu bekommen, mit 68 Prozent Zustimmung auffallend nachgeordnet. Dass
die Zustimmungsrate der Männer mit 60 Prozent zum Kinder-Thema
bemerkenswert nahe am Wert der Frauen liegt, lässt vermuten: Auch die
Männer haben ihre traditionelle Rollenzuschreibung satt. Sie wollen
nicht mehr nur Karriere machen, sondern auch aktiv Väter sein.

BEI DER VEREINBARKEIT VON JOB UND KIND TRETEN WIR AUF DER STELLE

Für die bessere Work-Life-Balance von Familien wurde in den
vergangenen zehn Jahren einiges getan: Elterngeld und ElterngeldPlus
wurden eingeführt, der Ausbau von Kitas und Ganztagesschulen wurde
vorangetrieben, immer mehr Unternehmen bieten – zumindest offiziell –
flexible Arbeitszeiten und Home Office an. Trotzdem sagen nur 37
Prozent der Mütter: Beruf, Familienleben und persönliche Interessen
lassen sich heute generell besser vereinbaren als vor zehn Jahren.
Für 24 Prozent hat sich an der Situation nichts geändert. 29 Prozent
finden sogar: Die Vereinbarkeit gelingt heute (sehr viel) schlechter.
Offenbar ist noch einiges nötig, damit sich Gesellschaft und
Unternehmen an die geänderten Lebensentwürfe der Frauen – und Männer
– anpassen. Auf die Frage „Was meinen Sie, welche Aspekte würden
Ihnen helfen, Beruf, Familienleben und persönliche Interessen besser
zu vereinbaren?“ stehen ganz oben auf der Wunschliste der Mütter eine
bessere finanzielle Unterstützung für Familien, z.B. höheres
Kindergeld (60 Prozent), flexiblere Arbeitszeiten (48 Prozent) und
mehr gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder außerhalb der Familie
(34 Prozent).

FRAUEN MACHEN IM HAUSHALT AM MEISTEN. MÄNNER MACHEN GENAUSO VIEL
(GLAUBEN SIE)

Männer und Frauen mögen inzwischen den gleichen Lebensentwurf
haben – ihre tatsächliche Lebenssituation unterscheidet sich aber
noch stark. Spätestens nach dem ersten Kind fallen Paare oft in
traditionelle Rollenmuster zurück. Da der Mann häufig die besser
bezahlte Stelle hat, konzentriert er sich auf den Job. Die Frau
reduziert auf Teilzeit und übernimmt dafür den Großteil der –
unbezahlten – Haus- und Betreuungsarbeit. Wie verbreitet dieses
Modell nach wie vor ist, belegt die Aufgabenverteilung im Haushalt.
Vom Waschen (77 Prozent) übers Einkaufen (54 Prozent) bis zum Kochen
(61 Prozent) – in fast allen Bereichen sagt die Mehrheit der Frauen
auf die Frage „Welche der folgenden Aufgaben übernehmen hauptsächlich
Sie in Ihrem Haushalt, welche Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin?“: Das
übernehme hauptsächlich ich. Selbst jede zweite Mutter, die Vollzeit
arbeitet, gibt an, mehr als zwei Drittel der Hausarbeit zu stemmen.
Männer können – oder wollen – ein derartiges Ungleichgewicht meist
nicht erkennen: Sie gehen deutlich häufiger als Frauen davon aus,
dass die Aufgaben gleich verteilt sind. Besonders deutlich wird das
bei Kinderbetreuung und Putzen. Hier sagen 63 Prozent
(Kinderbetreuung) bzw. 49 Prozent (Putzen) der Männer, das erledigen
wir gleichermaßen. Nur 32 Prozent bzw. 29 Prozent der Frauen sehen
das so.

Für die repräsentative Studie „Mein Leben, mein Job und ich“
füllten 2002 Frauen und Männer zwischen 18 und 69 Jahren aus
Deutschland einen Online-Fragebogen mit 151 Fragen aus. Mit 16 Frauen
wurden zudem jeweils einstündige qualitative Telefoninterviews
geführt. Beide Befragungen realisierte das Meinungsforschungsinstitut
Ipsos im März und April 2017 im Auftrag von BRIGITTE.

Brigitte Huber, Chefredakteurin BRIGITTE: „Familien- und
Frauenpolitik sollte jetzt eine wichtige Rolle in den
Koalitionsverhandlungen der Parteien spielen. Alle drei Parteien
haben in ihren Wahlprogrammen gute Ansätze, die nun verbindlich
realisiert werden müssen. Gut finden wir natürlich Punkte wie das
Rückkehrrecht auf Vollzeit oder die flexible Vollzeit, die die Grünen
in ihrem Wahlprogramm fordern. Dasselbe gilt für die flexiblen
Arbeitszeitmodelle, mit denen die FDP für eine bessere Vereinbarkeit
von Job und Familie sorgen will, oder für den längst überfälligen
Rechtsanspruch auf Betreuung im Grundschulalter, den die CDU
einführen will. Wie bedeutend diese Themen für die
Lebenszufriedenheit der Menschen in Deutschland sind, belegen die
empirischen Daten unserer aktuellen BRIGITTE-Studie.“

Pressematerialien sind unter www.brigitte.de/studie abrufbar.

Pressekontakt:
Maike Pelikan
Stellv. Leiterin Markenkommunikation
Gruner + Jahr GmbH & Co KG
Tel: +49 (0) 40 / 37 03 – 21 57
E-Mail: pelikan.maike@guj.de

Original-Content von: Gruner+Jahr, BRIGITTE, übermittelt durch news aktuell

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