Die Zukunft der Freizeitwasserstraßen sichern / Verbände überreichen Anforderungspapier an Bundesverkehrsministerium

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In Oranienburg trafen sich heute die Vertreter*innen eines
Verbände-Bündnisses, um die Zukunft der so genannten Nebenwasserstraßen zu
diskutieren.

Drei Aspekte wurden als zentrale Themen identifiziert:

– Es gilt, den Wassertourismus als Instrument der
Regionalentwicklung, Wirtschaftsentwicklung und der
Daseinsfürsorge ins Wasserstraßen-Gesetz aufzunehmen.
– Es muss eine Bestandsaufnahme über den aktuellen Zustand der
Schleusen und Wehre erfolgen und daraus ein detaillierter
Sanierungsfahrplan abgeleitet werden. Dabei müssen die
Entwicklungspotentiale im Sinne der oben genannten Ziele die
Rangfolge der Investitionen bestimmen und nicht veraltete
Erhebungen.
– Im Bundeshaushalt muss ein eigenständiger Haushaltstitel für die
Nebenwasserstraßen eingeführt und die dafür notwendigen
Personalkapazitäten zur Verfügung gestellt werden.

“Seit Jahren schaut der Bund zu, wie Schleusen und Wehre verfallen. Ist eine
Anlage defekt, vergehen Jahre für die Notinstandsetzung oder einen Neubau. Es
ist an der Zeit, endlich zu schnellen und sinnvollen Lösungen zu kommen”, sagt
Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes.

Kurt Heinen, Tourismuspräsident des ADAC, ergänzt: “Ausfälle von Schleusen wie
zuletzt zwischen der Mecklenburger Seenplatte und den Brandenburger Gewässern
müssen zukünftig vermieden werden. Dazu ist es notwendig, nach einem
abgestimmten Prioritäten- bzw. Maßnahmenplan die in die Jahre gekommenen
Schleusen schnellstmöglich in Stand zu setzen.”

“Deutschlands einzigartiges Freizeitwasserstraßennetz ist die Sportstätte für
unsere Wassersportler*innen. Mit einem eigenständigen Haushaltstitel wird
sichergestellt, dass diese Infrastruktur auch zukünftig flächendeckend für den
Wassersport und -tourismus nutzbar bleibt”, erläutert Lisa Carstensen,
Beauftragte für den Wassersport beim Deutschen Olympischen Sportbund.

Im Rahmen der Veranstaltung überreichten die Verbände ihr gemeinsames Papier mit
den Anforderungen an eine nationale Tourismusstrategie aus Sicht des
Wassersports, der Wassersportwirtschaft und des Tourismus an den anwesenden
Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann.

Hintergrund

Rund 7.300 km Binnenwasserstraßen gehören dem Bund als Eigentümer. Davon sind
rund 4.500 km Haupt- und rund 2.800 km Nebenwasserstraßen sowie und 23.000 km²
Seewasserstraßen. Aus der touristischen Nachfrage werden rund 4 Mrd. Euro
Bruttoumsatz generiert. Mindestens 65.000 Personen bestreiten ihren
Lebensunterhalt durch den Wassertourismus an den Bundeswasserstraßen. Der
Wassertourismus in Deutschland ist eine Boombranche und auch unter dem
Gesichtspunkt der Regionalentwicklung und der Nachhaltigkeit des Tourismus vor
Ort von zunehmender Bedeutung, die staatliche Unterstützung verdient.

Bündnispartner

Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC), Bundesverband
Wassersportwirtschaft e.V. (BVWW), Deutscher Kanu-Verband e.V. (DKV), Deutscher
Motoryachtverband e.V. (DMYV), Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB),
Deutscher Ruderverband e.V. (DRV), Deutscher Segler-Verband e.V. (DSV),
Deutscher Tourismusverband e.V. (DTV)

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

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