Ehemaliger AfD-Mitarbeiter länger in rechtsextremer Szene aktiv als bekannt

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„Report Mainz“-Recherche zeigt Widerspruch zu Aussagen von Michael Frisch / Sendung heute, Dienstag, 9. Februar 2021, 21:45 Uhr im Ersten / Moderation: Fritz Frey

Im Fall des ehemaligen rechtsextremen Mitarbeiters des AfD-Spitzenkandidaten für die rheinland-pfälzische Landtagswahl, Michael Frisch, gibt es neue Details. Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ war der ehemalige Mitarbeiter auch 2019 und 2020 in der rechtsextremen Szene aktiv. Michael Frisch hatte hingegen gesagt, er hätte sich davon überzeugt, dass sich der Mann „von diesen Gedanken abgewendet hat“, bevor er 2019 begann, für die AfD zu arbeiten.

Aktiv für die „Identitäre Bewegung“

Nach Recherchen von „Report Mainz“ besuchte Frischs ehemaliger Mitarbeiter, Benjamin S., im Juli 2019 das Sommerfest der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB) in Halle. Nur wenige Wochen vorher arbeitete er als Minijobber für Frischs AfD-Kreisverband in Trier, wenige Wochen später für die dortige Stadtratsfraktion. Außerdem nahm S. nach Recherchen von „Report Mainz“ im August 2020 am „Bundeslager“ der IB in Brandenburg teil. Im September 2020 engagierte er sich an einem Infostand der Gruppe in Rheinland-Pfalz.

Mehrfach polizeibekannter Rechtsextremist

„Report Mainz“ hatte vergangene Woche berichtet, dass Benjamin S. im Jahr 2019 für mehrere Monate als Minijobber zunächst für den AfD-Kreisverband Trier und anschließend für die dortige Stadtratsfraktion gearbeitet hatte. Michael Frisch ist und war Vorsitzender von beiden. Nach Recherchen von „Report Mainz“ war Benjamin S. viele Jahre in der rechtsextremen Szene aktiv. Vor einigen Jahren kandidierte er für die NPD zu einer Landtagswahl. Außerdem war er vielfach polizeibekannt, unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung und Volksverhetzung. Das Bundeskriminalamt (BKA) stufte ihn 2009 als „Gewalttäter rechts“ ein. Benjamin S. wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Frisch: „Gebe Menschen eine zweite Chance“

Michael Frisch, der sich selbst immer wieder als „bürgerlich-konservativ“ bezeichnet, räumte in einer Stellungnahme und in einer Wahlkampfsendung bei Facebook ein, von der NPD-Vergangenheit des Mannes gewusst zu haben. In Bewerbungsgesprächen hätten er und die Partei sich aber davon überzeugt, dass sich Benjamin S. „tatsächlich von diesen Gedanken abgewendet hat und inzwischen absolut demokratisch unterwegs ist“. Weitere Hintergründe, etwa die damalige Einstufung des BKA, seien der Partei nicht bekannt gewesen. Als Christ gebe er jedem Menschen eine zweite und auch eine dritte Chance, wenn sie ihre Fehler eingesehen hätten. Dass Benjamin S. auch 2019 und 2020 noch für die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ aktiv war, habe er nicht gewusst, so Frisch gegenüber „Report Mainz“.

Michael Frisch ist Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen AfD. Als Spitzenkandidat führt er die Partei in die Landtagswahl am 14. März.

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