Exklusive TÜV Rheinland-Studie: Inder und Chinesen stehen auf „Stromer“

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Kaufbereitschaft gegenüber Elektroautos in Deutschland und den USA
nur Mittelmaß
Toyota genießt höchste Elektro-Kompetenz“ heissen. Können Sie das
noch schnell abändern?

Die Akzeptanz von Elektroautos nimmt weltweit zu: 92 Prozent der
Inder, 88 Prozent der Chinesen und 85 Prozent der Italiener
signalisieren ihre Bereitschaft zum Kauf eines Elektroautos in den
nächsten fünf Jahren. Die Deutschen (57 Prozent) rangieren gemeinsam
mit den USA im unteren Mittelfeld. Das ist ein Ergebnis der ersten
repräsentativen internationalen Bevölkerungsbefragung zum Thema
Elektromobilität, die TÜV Rheinland exklusiv auf der 64.
Internationalen Automobil-Ausstellung 2011 vorgestellt hat.

„Zum ersten Mal überhaupt wurden Autofahrer weltweit zum
Elektroauto befragt. Die Ergebnisse sind so überraschend wie
sensationell. Praktisch jeder indische und chinesische Autofahrer
will sich in den nächsten fünf Jahren für ein Elektroauto
entscheiden. Das alleine wird die Marktverhältnisse vollkommen
verändern“, erklärte Dr. Thomas Aubel, Executive Vice President
Mobility von TÜV Rheinland.

Für die repräsentative Studie wurden Autofahrer in zwölf
bedeutenden Märkten weltweit befragt: China, Dänemark, Deutschland,
Frankreich, Indien, Israel, Italien, Japan, Portugal, Spanien,
Großbritannien und USA. Interessant sind die interkulturellen
Unterschiede: „Unsere Fachleute fanden unter anderem heraus, dass die
Befragten in Deutschland, Frankreich und den USA in den nächsten fünf
Jahren ein Elektroauto eher als Zweitwagen anschaffen wollen, in den
anderen neun Ländern geht der Trend hingegen zum Kauf als
Erstfahrzeug“, erklärte Dr. Thomas Aubel.

Toyota beim Markenbewusstsein und potenziellen Käufern auf Platz 1

Bei der Frage, welche Autohersteller Verbraucher am ehesten mit
Elektromobilität in Verbindung bringen, platzierte sich Toyota klar
auf Platz eins. Auch beim Kauf eines Elektroautos würden sich die
meisten Studienteilnehmer in den zwölf Ländern für Toyota (34
Prozent) entscheiden. Es folgen Honda (17,2 Prozent), Volkswagen
(15,9 Prozent), Nissan (14,6 Prozent), Ford (11,7 Prozent), Renault
(11,5 Prozent), Peugeot (10,7 Prozent), Audi (9,4 Prozent), BMW (9,1
Prozent) und Opel (7,4 Prozent).

Nationale Märkte zeigen ein anderes Bild: „Die potenziellen
deutschen Käufer favorisieren deutlich Volkswagen mit 36 Prozent vor
Toyota mit 26 Prozent“, berichtete Dr. Thomas Aubel. Danach kommen
BMW, Mercedes-Benz, Audi und Opel. Die Franzosen bevorzugen Renault
(33 Prozent) vor Toyota, Peugeot, Citroën, Nissan und VW.

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung: Nach Ansicht aller Befragten
haben Japan (53 Prozent) und Deutschland (42 Prozent) den höchsten
technologischen Entwicklungsstand in Sachen Elektromobilität.

Die TÜV Rheinland-Experten fanden auch heraus, dass die globale
Mehrheit für staatliche Starthilfen bei der Einführung von
Elektroautos plädiert. An erster Stelle stehen dabei Nachlässe auf
den Kaufpreis. Entwicklungszuschüsse für Automobilhersteller und
Steuergutschriften sind weniger beliebt. Weltweit eindeutig ist auch
das Votum für Strom aus erneuerbaren Ressourcen. Hier steht Italien
mit 95 Prozent an der Spitze vor Indien, Portugal, China, Spanien,
Israel, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Dänemark, den USA
und Japan.

Hauptanreiz für den Kauf eines Elektroautos sind in den meisten
Ländern Kostenersparnisse. Nur in Deutschland steht der Umweltgedanke
an erster Stelle, während in Italien, Indien und China sowohl
Öko-Aspekte als auch Kostenfaktoren eine Rolle spielen. Als größtes
Kaufhemmnis führen Deutsche, Franzosen und Chinesen die begrenzte
Reichweite von E-Mobilen an. Für Japaner, Amerikaner, Dänen,
Portugiesen, Israelis, Spanier, Italiener stellt der hohe Kaufpreis
die höchste Hürde dar. Briten und Inder monieren die geringe
Verfügbarkeit von Ladestationen. Allein die Inder schrecken zudem
Sicherheitsbedenken vom Kauf ab.

Befürworter, Unentschlossene und Gegner

„Als Fazit der TÜV Rheinland-Studie lassen sich vier Gruppen von
Fahrern mit unterschiedlichen Einstellungen zum Elektroauto
festmachen: die uneingeschränkten Befürworter, die Unentschlossenen
mit geringen Vorbehalten, die Unentschlossenen mit Vorbehalten sowie
die Gegner“, resümierte Dr. Aubel. Die meisten Befürworter kommen aus
Indien, China und Italien. Sie zeichnen sich unter anderem durch das
passende Fahrprofil, einen hohen Informationsstand, Umweltbewusstsein
und geringe Preissensibilität aus. Die Unentschlossenen mit geringen
Vorbehalten finden sich in Großbritannien, Deutschland, Spanien und
Frankreich. Sie haben einen mittleren Informationsstand und besitzen
ein leichtes Umweltbewusstsein. Die Unentschlossenen mit Vorbehalten
kommen hauptsächlich aus Portugal, Israel und den USA. Sie sind kaum
umweltbewusst, haben Sicherheitsbedenken und auch einen eher
mittelmäßigen Informationsstand. Aus Dänemark und Japan kommen die
meisten Gegner der Hochvolt-Technologie. Ihr Fahrverhalten ist kaum
kompatibel mit den Eigenschaften eines Elektroautos. Außerdem gehören
zu ihrem Profil Sicherheitsbedenken und nur ein geringes
Umweltbewusstsein.

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