Frankfurter Rundschau: Kein Ablasshandel

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Der Klimawandel hat viele Wählerinnen und Wähler
bei den Europawahlen geleitet, ihre Stimme den Grünen zu geben statt
Union oder SPD. Da ist es keine Sensation mehr, wenn eine
Bundesumweltministerin Modelle zur Einführung eines CO2-Preises für
den Industriestandort Deutschland präsentiert. Und der
Wirtschaftsflügel der Union dies „mit Interesse“ zur Kenntnis nimmt.
Will Deutschland seine Klimaziele für 2030 erreichen, kommt es an
einem grundlegenden Umbau in der Industrie, beim Verkehr, beim
Wohnungsbau und in der Landwirtschaft nicht vorbei. Doch der Eifer,
mit dem innerhalb der Bundesregierung, aber auch bei Grünen und
Liberalen nach einer CO2-Bepreisung gesucht wird, nährt einen unguten
Verdacht: Die CO2-Steuer könnte manch einem Politiker als Ersatz für
Klimaschutzmaßnahmen dienen. Eine Art Ablasshandel für Klimasünder.
Dabei kann dieses Instrument bloß eine Ergänzung zu einem Gesamtpaket
sein.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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