Freiheitspreis 2018: Gauck warnt vor Auseinanderdriften der Gesellschaft

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Der diesjährige Freiheitspreis ist an den
ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck verliehen worden. Mit dem
Preis würdigt die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Gaucks
langjährigen, herausragenden Einsatz für die Freiheit.

„Es gibt in fast allen Schichten eine Flucht in Gefühle der
Ohnmacht und Resignation“, warnte der ehemalige Bundespräsident vor
rund 700 Gästen in der Frankfurter Paulskirche. „Dies liegt auch
daran, dass sich eine neue Klassengesellschaft herausbildet: auf der
einen Seite die hervorragend gebildete, hochqualifizierte,
kosmopolitische Mittelschicht, auf der anderen Seite beruflich gering
Qualifizierte“, so Gauck. Während die einen dem Wandel unserer
Gesellschaft mit Freude entgegenblicken und diesen als Chance sehen,
empfinden ihn die anderen als Bedrohung. „Wir müssen die Ängste der
Menschen ernst nehmen, dürfen ihnen aber nicht folgen“, sagte Gauck.
„Toleranz entsteht dann, wenn wir tief überzeugt sind von unseren
Grundwerten und trotzdem noch offen sind für jene, die dazu Fragen
oder Kritik haben.“

Gauck forderte die Politik auf, die Risikokompetenz der Bürger zu
stärken, etwa in den Debatten von Migration, Globalisierung oder
Digitalisierung: „Diese Themen dürfen die Gesellschaft nicht neu
aufspalten in Gewinner und Verlierer.“

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zeichnet mit dem
Freiheitspreis alle zwei Jahre eine Persönlichkeit aus, die
entscheidende Impulse für die Entwicklung einer liberalen
Bürgergesellschaft gegeben und damit zur Festigung freiheitlicher
Werte und Ziele in der Welt beigetragen hat. 2006 ging der
Freiheitspreis an den früheren Bundesaußenminister Hans- Dietrich
Genscher, 2008 an den Literaturpreisträger Mario Vargas Llosa, 2010
an die Publizistin Dr. Necla Kelek, 2012 an den Philosophen Professor
Dr. Wolfgang Kersting, 2014 an die Ministerpräsidentin des
südafrikanischen Westkap Helen Zille und 2016 an Kaspar Villiger,
ehemaliger Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Pressekontakt:
Anders Mertzlufft, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, presse@freiheit.org,
Tel.: +49 30 28 87 78 59

Original-Content von: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, übermittelt durch news aktuell

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